Frostschäden: Apfelernte in NRW eingebrochen

Die erste Apfelernte bei den Bauern

Frostschäden: Apfelernte in NRW eingebrochen

  • Apfelernte in NRW um Hälfte geringer.
  • Ursache: Frost im Frühjahr.
  • Obstbauern vermuten Auswirkungen des Klimawandels.

Die Befürchtungen der Obst-Anbauer sind eingetreten: Die Apfelernte in NRW ist nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer durch den Frost im Frühjahr um etwa die Hälfte eingebrochen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag (10.10.2017).

"Regional gibt es auch Ausfälle bis zu 95 Prozent", sagte Kammersprecher Bernhard Rüb. Die Apfelbäume hatten im Frühjahr wegen der warmen Witterung zu früh geblüht, als der Frost kam.

Massive finanzielle Einbußen

Die Anbauer müssten massive finanzielle Einbußen hinnehmen. "Wenn das mehrere Jahre hintereinander vorkommt, sind die pleite", sagte Rüb. Der Schaden lasse sich auch nicht über höhere Verbraucherpreise für die regionale Ernte kompensieren. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Deutschland bei über 24 Kilogramm im Jahr.

Frostschutz reichte nicht aus

Wegen der Häufung ungewöhnlicher Wetter-Ereignisse gehen die Obst-Anbauer davon aus, dass sie die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen. Viel können sie dem nicht entgegensetzen, sagte Rüb. Die Apfelbauern reagierten seit Jahren, indem sie vermehrt Sorten anbauen, die mit andauernder Hitze klarkommen.

Aber bei Frost könnten sie allenfalls ihre Frostschutzanlagen einsetzen, die die Blüten beregnen und so schützen. Da es in diesem Frühjahr aber gleich mehrere Nächte hintereinander gefroren hatte, reichten die natürlichen Wasserreservoirs nicht mehr aus, sagte Rüb.

Finanzielle Hilfe angekündigt

Das Landwirtschaftsministerium NRW hatte die Wetterlage im April nach früheren Angaben als außergewöhnliches Naturereignis eingestuft und wollte finanzielle Hilfen beim Bund erwirken. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wurden bereits Hilfszahlungen an die Anbauer beschlossen.

Stand: 10.10.2017, 07:15