Proteste gegen AfD-Bundesparteitag in Köln

Proteste gegen AfD-Bundesparteitag in Köln

  • Weit mehr als 10.000 Menschen bei Demos gegen AfD-Parteitag in Köln
  • Polizei mit 4.000 Beamten im Einsatz
  • Ausschreitungen blieben bis auf einige Rangeleien aus

In Köln hat am Samstag (22.04.2017) der Bundesparteitag der AfD begonnen - begleitet von Protesten und einem Großeinsatz der Polizei.

Im Kölner Maritim-Hotel trafen sich dabei 516 AfD-Delegierte, um die Weichen für die Bundestagswahl zu stellen und sich auf die NRW-Landtagswahl einzustimmen.

In der Innenstadt haben über 10.000 Menschen verschiedener Gruppierungen, Bündnisse und Parteien bis zum frühen Abend überwiegend friedlich gegen den Bundesparteitag der AfD demonstriert. Lediglich am Morgen kam es zu einigen Rangeleien mit der Polizei.

Im Vorfeld waren bis zu 50.000 Teilnehmer erwartet worden. Die Polizei war deshalb mit rund 4.000 Beamte im Einsatz, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. In einer ersten Zwischenbilanz am Nachmittag erklärte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies, er sei "sehr zufrieden darüber, dass wirklich die allerallermeisten Menschen sich daran halten, friedlich zu bleiben".

Polizeipräsenz, Autonome und friedlicher Protest

Anlässlich des AfD-Bundesparteitages hat Köln den größten Polizeieinsatz seit Jahrzehnten gesehen - begleitet von rund hundert gewaltbereiten Autonomen und tausenden friedlichen Demonstranten.

Heumarkt in Köln

Schon einen Tag vor den geplanten Demonstrationen hatten schwere Räumpanzer Stellung in der Kölner Innenstadt Stellung bezogen. 50.000 Demonstranten wurden zum AfD-Bundesparteitag am 22. und 23. April erwartet.

Schon einen Tag vor den geplanten Demonstrationen hatten schwere Räumpanzer Stellung in der Kölner Innenstadt Stellung bezogen. 50.000 Demonstranten wurden zum AfD-Bundesparteitag am 22. und 23. April erwartet.

Am Samstagmorgen (22.04.2017) versperren einzelne Demonstrationsgruppen ganze Straßen.

Die Polizei erwartet die Demonstranten mit einem Großaufgebot. 4.000 Polizisten sind in Köln im Einsatz.

Immer wieder kommt es zu kleineren Rangeleien mit Protestierenden. Rund um den Veranstaltungsort in der Innenstadt herrschte am Morgen Belagerungsatmosphäre.

Größere Ausschreitungen bleiben zwar aus, doch werden bei Rangeleien zwei Polizisten verletzt. Die Polizei nimmt einen Demonstranten vorläufig fest. Die Lage ist angespannt. Immer wieder versuchen einige Demonstranten an den Polizeiabsperrungen vorbei zu kommen. Polizisten werden nach Polizeiangaben mit Flaschen beworfen.

Das Kölner Stadtbild ist von Polizisten geprägt. Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte die Anreise von mehreren hundert Gewalttätern aus dem linksextremen Spektrum befürchtet.

Friedlicher Protest nur ein paar Meter neben dem Ort des Parteitags: Schon am Vormittag trafen auch die ersten Teilnehmer der Demonstrationen auf dem Heumarkt in der Innenstadt ein.

Mit dabei sind mehrere Aktionsbündnisse aus Bürgern, Gewerkschaftern und Künstlern.

Am frühen Nachmittag sind bereits rund 10.000 Demonstranten auf dem Kölner Heumarkt, um friedlich zu protestieren.

Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sprach auf der Kundgebung zu den Demonstranten. Köln sei besonders bekannt für seine Vielfalt und seine friedliche Bewegung gegen Rechts, sagte Kraft.

Bunter Protest in der Kölner Innenstadt. Auch viele Familien sind am frühen Nachmittag auf den Heumarkt gekommen.

Auch etwa 15.000 Karnevalisten protestierten im Kölner Grüngürtel gegen rechte Propaganda und Gewalttaten. Musikalisch untestützt wurden sie von Bands wie Brings, den Höhnern und den Bläck Fööss.

Zwei verletzte Polizisten

Die Polizei hatte bereits am Freitagabend viele Straßen rund um den Veranstaltungsort gesperrt. Am frühen Morgen hatten dann Demonstranten einige Straßen blockiert und versucht, Polizeiketten zu durchbrechen. Die Polizei griff dagegen hart durch. Vereinzelt gab es Rangeleien. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt. Insgesamt sollen einige hundert Personen durch gewalttätige Aktionen aufgefallen sein. Mindestens fünf Teilnehmer wurden in Gewahrsam genommen.

Die Delegierten des AfD-Parteitags konnten nur unter starkem Polizeischutz ihr Tagungshotel in der Innenstadt erreicht. Die AfD-Politiker wurden mit Sprechchören, Pfiffen und Transparenten empfangen. An einer Stelle wurde auch Feuerwerk abgebrannt.

Friedlicher Protest auch von Kölner Karnevalisten

Auf dem Kölner Heumarkt versammelten sich direkt gegenüber vom AfD-Tagungshotel rund 10.000 Demonstranten. Zum Protest aufgerufen hatten mehrere Bündnisse. Allein zur Kundgebung von "Köln stellt sich quer" hatten über 80 Gruppen aufgerufen. Nach zahlreichen Reden und Musikauftritten zog ein Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Im inneren Grüngürtel der Stadt trafen sich nach Angaben des Festkomitees Kölner Karneval außerdem rund 15.000 Menschen zum bunten Protest. Mit dabei waren Kölner Bands wie Brings, die Höhner oder die Bläck Fööss. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) betonte in ihrer Rede: "Rassismus und Fremdenhass beginnen nicht erst mit Gewalttaten und Anschlägen, sondern mit Reden und Propaganda, in Sälen, auf Flugblättern und öffentlichen Plätzen."

Der Parteitag dauert noch bis Sonntag. Bis dahin wird es in der Kölner Innenstadt Sperrungen geben und die Polizei mit vielen Kräften vor Ort sein.

Stand: 22.04.2017, 19:12