Wirbel um Saal für Petry-Auftritt

Frauke Petry, AfD-Bundesvorsitzende

AfD-Veranstaltung in Münster

Wirbel um Saal für Petry-Auftritt

  • AfD-Chefin Frauke Petry will am Donnerstag (21.01.2016) in Münster auftreten
  • Veranstaltungsort: Kurzfristige Absage eines Café-Betreibers, Auftritt nun auf einem Gutshof am Stadtrand
  • AfD-Gegner haben Proteste angekündigt

Für die Partei "Alternative für Deutschtand" (AfD) ist es nicht leicht, für ihre Veranstaltungen Räume zu finden. Immer wieder müssen Versammlungen abgesagt oder verlegt werden. Der aktuellste Fall spielt in Münster: Dort will AfD-Bundessprecherin Frauke Petry am Donnerstag (21.01.2016) eine öffentliche Veranstaltung ihrer Partei besuchen. Anlass sei die Gründung eines eigenen Jugendverbandes für den Bezirk Münsterland, sagte der münsterische AfD-Kreisvorsitzende Helmut Birker dem WDR.

Doch der geplante Veranstaltungsort, das Schlossgarten-Café in Münster, steht nicht mehr zur Verfügung; der Betreiber hat kurzfristig seine Zusage zurückgezogen. "Aus Sicherheitsgründen", wie er mitteilte. Die Sicherheit der Gäste habe nicht mehr gewährleistet werden können, so Betreiber Andre Blumenfeld. "Ich als Gastwirt trage letztlich die Verantwortung für die Unversehrtheit meiner Gäste und Mitarbeiter", heißt es in einer Mitteilung des Gastronoms. Es sei mit mehreren Tausend Gegendemonstranten zu rechnen, bei der das Betreiberteam aufgrund der "aggressiven Tonlage in der medialen Diskussion" von einer möglichen Gewaltbereitschaft habe ausgehen müssen.

AfD: "Undemokratischer Vorgang"

Der AfD-Kreisvorsitzende Birker führt die Absage des Café-Betreibers auf öffentlichen Druck zurück. Für ihn ist es "ein undemokratischer Vorgang", dass es seiner Partei fast unmöglich gemacht werde, für größere Treffen einen Versammlungsort zu finden. Trotzdem sei es ihm gelungen, mit einem anderen Gastronomie-Betrieb "im Stadtgebiet von Münster" einig zu werden. "Das Gut Havichhorst liegt zwar etwas außerhalb, aber wir werden gucken, ob wir Mitfahrgelegenheiten einrichten", sagte Birker dem WDR. Die Veranstaltung soll um 19.00 Uhr beginnen und bis 22.00 Uhr dauern. "Frau Petry wird einen Vortrag halten, anschließend können die Zuhörer Fragen stellen und diskutieren."

AfD-Gegner: "Rassistische Parolen nicht erwünscht"

Gegen die AfD-Veranstaltung will das Münstersche Bündnis "Keinen Meter den Nazis" demonstrieren. "Wir haben bereits am Dienstag eine Kundgebung bei der Polizei angemeldet, also noch bevor klar war, wo getagt werden soll", sagte Bündnis-Sprecher Carsten Peters dem WDR. "Frauke Petry und die rassistischen Parolen ihrer Partei sind in Münster nicht erwünscht." Peters, der für die Grünen im Rat der Stadt Münster sitzt, schätzt, dass sich an den Protesten mehrere Hundert Menschen beteiligen. "Wir werden in Sicht- und Hörweite präsent sein." Das Bündnis, das sich seit 2012 gegen rechte Umtriebe stelle, umfasse Gewerkschaften, religiöse Gruppierungen, Friedensgruppen und Mitgliedern von SPD, Grünen und der Partei Die Linke.

Angesprochen auf die angekündigten Prosteste sagte AfD-Politiker Birker, er werde sich diesbezüglich bei der Polizei über deren Maßnahmen informieren. "Außerdem werden wir den parteieigenen Sicherheitsdienst einsetzen." Dazu sollen fünf Personen aus Niedersachsen anreisen.

Polizei: "Wir schützen beide Versammlungen"

Für Polizei in Münster ist die Lage klar: "Wir haben letzlich beide Versammlungen zu schützen", sagte Sprecher Andreas Bode dem WDR. Beim AfD-Treffen handele es sich um eine öffentliche Veranstaltung in geschlossenen Räumen. Deshalb sei sie nicht anmeldepflichtig, im Gegensatz zu Versammlungen im Freien. Aus diesem Grund müsse die Kundgebung der AfD-Gegner bei der Polizei angemeldet werden.

Stand: 20.01.2016, 14:46