Polizei-Azubis sollen Karnevalisten schützen

Polizisten sichern einen Karnevalsumzug

Mehr Sicherheit an Karneval

Polizei-Azubis sollen Karnevalisten schützen

Noch nie stand das Thema Sicherheit im Karneval derart im Fokus wie in dieser Session. Viele Jecke haben Angst vor Terror-Anschlägen, sexuellen Attacken oder gewalttätigen Übergriffen. NRW will der allgemeinen Verunsicherung mit dem Einsatz von mehr Polizei-Azubis begegnen.

Schluss mit lustig darf nicht sein - wenngleich Sicherheitsbedenken im Karneval derzeit Konjunktur haben. Aus diesem Grund wurden bereits der Rosenmontagszug in Rheinberg und eine Karnevals-Veranstaltung im Rahmen des Kölner "Kölschfestes" abgesagt. Viele Jecke sorgen sich wegen der Ausschreitungen in der Kölner Silvesternacht um die Sicherheit besonders an den tollen Tagen zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) reagiert darauf mit mehr Polizeipräsenz - in Gestalt von Auszubildenden.

Zusätzliche Streifendienste

Der Innenminister kündigte am Samstag (16.01.2016) an, die jungen Polizeianwärter würden unter der Leitung ihrer Ausbilder zusätzliche Streifendienste im Karneval übernehmen. Rund 2.400 Kommissar-Anwärter des vorletzten und letzten Studienjahres würden eingesetzt, "damit jeder unbeschwert und sicher die tollen Tage genießen kann", erklärte Jäger in einer Mitteilung seines Ministeriums. Seiner Meinung nach setzt "die Polizei damit ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit".

Grundsätzlich keine neue Idee

"1.200 Auszubildende werden mit 200 Ausbildern in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf eingesetzt. Sie werden die Streifenwagen-Besatzungen verstärken und die Polizeipräsenz bei den Umzügen. Die übrige Hälfte wird auf das ganze Land verteilt", sagte ein Ministeriumssprecher am Samstag dem WDR. Ganz neu ist die Idee mit dem Polizei-Nachwuchs jedoch nicht. In den zurückliegenden Jahren wurden gerade im Rheinland mehrfach auch Polizei-Azubis unter professioneller Anleitung im Karneval eingesetzt. Neu ist, dass diesmal nahezu alle NRW-Studierenden der Einstellungsjahre 2013 und 2014 sowie ihre Ausbilder zeitgleich zum Schutz des Karnevals abgestellt werden und somit viel mehr vor Ort sind als in der Vergangenheit. "2015 waren es ingesamt nur rund 1.000", konkretisierte der Ministeriumssprecher.

Mehr Polizei im ganzen Land

Unter dem Eindruck der Ausschreitungen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bereits angekündigt, die Zahl der Polizeibeamten auf den Straßen solle schnell um 500 erhöht werden. Da die Ausbildung neuer Polizisten drei Jahre dauere, werde die Landesregierung ausscheidende Beamte bitten, freiwillig länger im Dienst zu bleiben. Außerdem sollen die Beamten von Verwaltungsarbeiten entlastet werden, um mehr Präsenz auf der Straße zeigen zu können. Nordrhein-Westfalen werde auch nicht mehr über die getroffenen Vereinbarungen hinaus Einsatzhundertschaften in andere Bundesländer schicken. In NRW gibt es rund 40.000 Polizeibeamte.

Stand: 16.01.2016, 15:45

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