Hier und heute

Hier und heute

Eine alte Dame

Die unsichtbaren Alten - Wer kümmert sich um die einsamen Rentner

23.01.2017 | 29:02 Min. | UT

Nach einem ereignisreichen und bewegten Leben, fühlen sich viele Menschen am Ende einsam. Die Gründe sind unterschiedlich: Mal gibt es keine Kinder, mal keine Freunde, weil alle früher verstorben sind. In Nordrhein-Westfalen leben rund 1,3 Millionen Menschen im Alter über 65 alleine und ihre Zahl wächst stetig. Oft sind Ärzte, Apotheker und Kassierer ihre einzigen Kontakte. Was läuft falsch in unserer Gesellschaft? Sind uns die vergessenen Alten egal? Wer kümmert sich um sie? Manchmal ist die Einsamkeit für Anne Blum unerträglich. Die Kölnerin war Ballett-Tänzerin und Mannequin, stand im Rampenlicht und hatte zahlreiche Freundschaften – früher. Seit ihr Mann vor sieben Jahren gestorben ist, fühlt sie sich oft einsam, regelrecht vergessen von den anderen. Kinder hat sie nicht. „Jeder ist so sehr mit seinem Leben beschäftigt, da habe ich das Gefühl zu stören“, sagt die 86-Jährige. Doch dann entdeckt sie in einem Flyer ein Angebot, das ein Lichtblick für sie werden könnte: Die sogenannten „Freunde alter Menschen“ sind ein Verein in Köln, der Besuchspatenschaften für alte Menschen anbietet. Anne Blum hat dort angerufen: Vielleicht gibt es dort jemanden, der auch sie mal besuchen kommt?Die Reportage von Jule Sommer und Udo Kilimann erzählt vom Alleinsein und der Hoffnung auf soziale Kontakte.  |  video

Weitere Videos

Mission Bauernhof

Stadtkind Donya testet das Landleben im Sauerland

Ich bin ein Stadtkind: aufgewachsen in Bochum; jetzt wohne ich in Köln. Mit Bauernhöfen habe ich nichts zu tun - Milch, Eier, Gemüse und Obst kaufe ich im Supermarkt. Ein Leben außerhalb der Stadt kann ich mir gar nicht vorstellen – und schon gar nicht auf einem Bauernhof. Wieso entscheidet man sich für solch ein Leben – vor allem dann, wenn man weiß, dass immer mehr Bauernhöfe vor der Pleite stehen? Eine Woche lang lebe ich im Sauerland in Attendorn auf dem Hof von Familie Kaiser. Ein Leben zwischen Landlust und Existenzangst. Den Hof hat Bauer Bernd geerbt. Hier lebt er mit seiner Frau Anne, den beiden Kindern, seiner Mutter Emma und Lehrling Marcel. Sie leben nicht nur zusammen, sie arbeiten auch zusammen - ein Familienmodell, das heute eher eine Ausnahme ist. Wie funktioniert das? Funktioniert es überhaupt? Viel Zeit für sich hat man hier nicht. Der Arbeitstag startet um 6 Uhr und endet um 20 Uhr, zweimal am Tag wird gemolken und das an sieben Tagen die Woche. Bernds Frau Anne ist eigentlich gelernte Zahnarzthelferin. In ihrem alten Job hatte sie geregelte Arbeitszeiten. Der Liebe wegen ist sie auf den Hof gezogen. In den Urlaub fahren die Kaisers nie. Das geht nicht - wegen der Milchkühe. Selbst wenn Familie Kaiser zum Schützenfest will, muss sie eine Vertretung organisieren. Viele Bauern in ihrem Umfeld mussten ihren Hof aufgegeben, Familie Kaiser hält durch. Warum arbeiten Menschen so viele Stunden die Woche auf einem Hof, obwohl die wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft schwierig ist? Eine Woche werde ich dieses Leben ausprobieren und mich als Aushilfs-Bäuerin versuchen. | video