Fußball: Transferschluss vorziehen?

Ousmane Dembele

Fußball: Transferschluss vorziehen?

Das Fenster für Spielertransfers im Sommer soll früher schließen - dafür sprechen sich viele und sogar die Fifa aus. Die Klubs sollten ihre Planung vor Saisonbeginn abgeschlossen haben, so der Fußball-Weltverband. Ein Kommentar von Armin Lehmann.

Es ist eine Farce! Seit über zwei Wochen läuft die Bundesliga, im Unterhaus sind gar schon vier Spieltage absolviert und bis heute können die Vereine europaweit und innerhalb Deutschlands munter Spieler kaufen, verkaufen oder ausleihen. Was für ein Irrsinn.

Zum einen ist dies auch eine Form der Wettbewerbsverzerrung. Ein Beispiel gefällig?

Fortuna Düsseldorf ist aktuell Tabellenführer in der 2. Liga. Bester Akteur der Fortunen in den ersten Saisonwochen war Stürmer Bebou, der nun nach Hannover wechseln wird. Bitter für die Klubs, die schon gegen Düsseldorf spielen mussten, gut für all jene die sich nicht mehr mit diesem Bebou beschäftigen müssen.

Zum anderen wird so – gelinde gesagt –  der Fußballfan veräppelt. Da gehst du als BVB-Fan im Sommer los und kaufst dir für viel Geld ein Dembélé-Trikot. Dieser Dembélé war gerade mal 12 Monate bei Borussia Dortmund, kam jetzt einfach nicht zum Training, wurde suspendiert und schließlich verkauft. Das Trikot mit seinem Namen kannst du als Fan in die Tonne kloppen.

Und man stelle sich vor, dass in Dortmund neben Dembélé auch noch Aubameyang den Verein verlassen würde. Und zwar heute. Kurz vor Schluss der Transferperiode. Ein Wahnsinn wäre das, theoretisch aber möglich.

Deshalb die große Bitte an Uefa, DFB und wer immer sonst noch zu entscheiden hat:

Schließt das Transferfenster bitte deutlich früher!

Spätestens dann, wenn irgendwo in den großen Ligen die Saison beginnt, sollte überall in Europa Feierabend sein. Kein Spieler-Sommer-Schlussverkauf mehr. Es gäbe klare Fakten und gleiche Bedingungen für alle, wenn der Ball einmal begonnen hat zu rollen.

Einen Grund für das späte Schließen des Transferfensters sehe ich übrigens nicht. Klar, aktuell könnte ein Verein auch kurz nach Saisonbeginn noch auf die schwere Verletzung eines Spielers reagieren, doch umsichtig arbeitende Klubs kalkulieren solch bittere Ereignisse mit ein und stellen ihre Kader schon frühzeitig breit genug auf.

Eines wird man allerdings auch durch kleine, auf wenige Wochen befristete Transferfenster, nicht erreichen:

Die bizarren Transfersummen, die mittlerweile bezahlt werden, zu reduzieren. Diese Blase würde weiter aufgebläht werden, egal wie lang oder kurz die Transferperiode ist, und hunderte von Millionen Euro würden weiterhin von A nach B überwiesen.

Als Fußballfan mag man deswegen resignierend seufzen, doch zumindest mit Beginn der Saison sollte der Kader eines jeden Klubs feststehen und dann auch so bleiben. Allerdings nur bis zum Winter, wenn das nächste Transferfenster öffnet, und das Spielchen von vorne beginnt.

Fußball: Transferschluss vorziehen?

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 31.08.2017 | 02:48 Min.

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Stand: 31.08.2017, 09:15