NRW nimmt vorerst keine Marokkaner mehr auf

NRW nimmt vorerst keine Marokkaner mehr auf

NRW nimmt ab sofort keine Asylbewerber aus Marokko mehr auf. Diese Vereinbarung habe das Land mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge getroffen, sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Dienstag (16.02.2016) in Düsseldorf.

Hintergrund ist, dass NRW bis zuletzt 80 Prozent aller Asylbewerber aus den Maghrebstaaten aufgenommen hat. Ausgesetzt wir nur die Zuweisung von Marokkanern. Andere Bundesländer müssen entsprechend mehr Asylbewerber aus dem nordafrikanischen Land aufnehmen.

Derzeit sind in NRW laut Jäger 6.444 Asylbewerber aus Marokko und 6.790 aus Algerien registriert - zusammen weniger als drei Prozent aller Asylbewerber. Da die Anerkennungsquote bei Flüchtlingen aus diesen Ländern gering ist, will Jäger die Verfahren beschleunigen. Sie sollen in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes bleiben, bis über ihren Antrag entschieden ist. Abschiebungen nach Algerien oder Marokko scheiterten allerdings regelmäßig an fehlenden Ausweispapieren und an den Behörden in den Ländern, sagt Jäger. Er hofft deshalb, dass der Bund bald eine Vereinbarung mit den Herkunftsländern zur Rücknahme ihrer Staatsbürger erreicht.

Stand: 16.02.2016, 14:43