Brandanschlag in Gescher

Blaulicht

Logbuch "Fluchtort NRW"

Brandanschlag in Gescher

In Gescher (Münsterland) wurde in der Nacht zu Sonntag (17.01.2016) ein Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt. Unbekannte zündeten in der Küche des Hauses Feuerwerk. Das und mehr in unserem Logbuch "Fluchtort NRW".

17.01.2016: Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Gescher

In einer Flüchtlingsunterkunft in Gescher haben Unbekannte in der Nacht zum Sonntag (17.01.2016) eine Feuerwerksbatterie gezündet. Geschers Bürgermeister Thomas Kerkhoff spricht von einem Brandanschlag. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden liegt bei etwa 1.000 Euro. Die Täter waren nach Polizeiangaben durch eine unverschlossene Tür an der Rückseite des Gebäudes in die Küche gelangt, wo sie die Feuerwerksbatterie zündeten. Einer der Asylbewerber sah, wie drei Männer wegliefen. In dem Gebäude leben rund 20 Flüchtlinge, darunter auch Kinder.

16.01.2016: Schüsse vor Flüchtlingsheim in Detmold

Vor einer Asylbewerberunterkunft in Detmold sind in der Nacht zu Samstag (16.01.2015) Schüsse gefallen. Mehrere Jugendliche aus Lage und Detmold waren nach einem Diskobesuch zu der Einrichtung gefahren. Im Vorbeifahren gab einer der Täter durch das heruntergelassene Beifahrerfenster die Schüsse in die Luft ab. Auch ausländerfeindliche Parolen wurden gerufen. Die Jugendlichen wurden von der Polizei gestellt. Der Staatsschutz ermittelt.

15.01.2016: Rettungsdienste lernen Umgang mit Migranten

Es gibt Dutzende Notfall-Szenarien, bei denen Rettungskräfte an ihre Grenzen stoßen können: Eine Muslimin mit Kopftuch zum Beispiel, die eine Platzwunde an der Stirn hat. Darf das Tuch einfach abgenommen werden? Oder ein Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft - und die Bewohner verstehen die Anweisungen der Feuerwehr nicht. Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, sieht Handlungsbedarf. Seine Behörde hat deshalb eine Konferenz zu so genannten interkulturellen Notfällen organisiert. Dazu kommen an diesem Samstag (16.01.2016) Ausbilder von Hilfsorganisationen und Feuerwehren aus ganz Deutschland nach Ahrweiler bei Bonn. Bei der genannten Kopftuch-Frage gibt es übrigens keine eindeutige Lösung: Manchmal sei es angemessen, den Ehemann um Erlaubnis zu bitten, heißt es in einer diesbezüglichen Studie. Oft sei das Entfernen des Kopftuchs aber überhaupt kein Problem.

15.01.2016: Bank verwehrt Kundin mit Gesichtsschleier Zutritt

In einer Sparkasse in Neuss verweigerten Mitarbeiter einer verschleierten Kundin mit Verweis auf ein "Vermummungsverbot" den Zutritt zur Filiale. Wie die "Rheinische Post" berichtete, wehrte sich die Kundin lautstark gegen die vermeintliche Diskriminierung, woraufhin sie angeblich unsanft vor die Tür gesetzt wurde. Die Sparkasse bestreitet, dass es zu Tätlichkeiten kam. Aus Sicherheitsgründen sei das Tragen eines Nikab - einem Schleier mit Sehschlitz - in der Bank verboten, ebenso wie Motorradhelme.

14.01.2016: Land NRW übernimmt "Drehscheiben"

Die "Drehscheiben", über die ankommende Flüchtlinge in NRW verteilt werden, sollen ab April 2016 wieder vom Land NRW betrieben werden. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Donnerstag dem WDR mit. Bislang sorgen Düsseldorf, Dortmund und Köln als Amtshilfe für die Verteilung. Einen Bericht des "Kölner Stadtanzeigers", dass die Flüchtlinge in NRW zukünftig nur noch in Düsseldorf verteilt werden sollen, wollte die Sprecherin nicht bestätigen. "Derzeit finden Abstimmungsprozesse statt. Ob überhaupt Standorte aufgegeben werden und wenn ja, welche das sein sollen, steht derzeit nicht fest", so die Sprecherin.

13.01.2016: Kommunen erstellen neue Sicherheitskonzepte

Der IS-Sympathisant, der am vergangenen Donnerstag (07.01.2016) bei einem Angriff auf Polizisten in Paris erschossen wurde, hatte zuletzt in einem Asylbewerberheim in Recklinghausen gelebt. Dass er wegen verschiedener Straftaten bereits in Heinsberg, Iserlohn und Bochum in Haft war, war den Recklinghausener Behörden nicht bekannt. Damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen, will die Stadt enger mit den Landesbehörden zusammenarbeiten. Das Ausländeramt schreibt nun das Landeskriminalamt, Innenministerium, den Bundesnachrichtendienst und das Zollkriminalamt an, um genauere Informationen über die etwa 1.000 Flüchtlinge in der Stadt anzufordern, deren Asylverfahren noch laufen.

Die Stadt Herne beobachtet den Vorstoß in Recklinghausen mit Interesse, arbeitet aber an einem eigenen Sicherheitskonzept, das am kommenden Montag vorgestellt werden soll. Geplant ist: Die Zusammenarbeit mit der Polizei soll noch enger werden, in den Einrichtungen soll noch mehr darauf geachtet werden, dass keine Missionierungen und Anwerbeversuche von Islamisten stattfinden. Auch Essen hat die Mitarbeiter in den Flüchtlingsunterkünften sensibilisiert, noch wachsamer zu sein. "Auffällige Bewohner, die etwa mit Drogen handeln oder mit dem IS sympathisieren, werden sofort der Ausländerbehörde und der Polizei gemeldet", sagt Hartmut Peltz, Leiter des Essener Sozialamtes.

12.01.2016: Projekt der IHK Siegen

Flüchtling Amadou Diallo macht ein Praktikum

Flüchtling Amadou Diallo macht ein Praktikum

Über Praktikumsstellen soll in Siegen Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben werden, einen Arbeitsplatz zu finden. Vermittelt wird dies durch ein Projekt der IHK. Die ersten 14 von insgesamt 40 Flüchtlingen haben bereits mit ihrem Praktium angefangen. Mit Erfolg - drei Firmen wollen die jungen Flüchtlinge übernehmen. Das berichtet am Dienstag (12.01.2016) IHK-Projektleiterin Uta Fiedler. Es warte allerdings noch viel Arbeit auf die Asylsuchenden, denn für eine Ausbildung fehle oft das schulische Wissen. Allein im Bezirk Siegen, so Fiedler, hätten 200 Firmen Interesse gezeigt, Flüchtlingen Arbeit zu geben.

11.01.2016: Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Raesfeld

Ein Unbekannter hat in Raesfeld im Münsterland (Kreis Borken) einen Brandanschlag auf eine künftige Flüchtlingsunterkunft verübt. Polizei und Staatsanwaltschaft teilten am Montag (11.01.2016) mit, sie gingen von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus, da bekannt sei, dass in die umfunktionierte Gaststätte bald Asylbewerber einziehen sollen. Der Unbekannte hatte demnach kurz vor Mitternacht am Sonntag (10.01.2016) ein Fenster des Hauses eingeworfen, im Gebäude Brandbeschleuniger ausgeschüttet und angezündet. Eine Zeugin war durch das Klirren aufgeschreckt worden. Laut Staatsanwaltschaft habe sie beobachten können, wie ein Mann mit dem Fahrrad vom Tatort davonfuhr. Die Feuerwehr löschte den Brand. Es entstand ein Schaden von 20.000 Euro. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

11.01.2016: Flüchtlingsunterkunft in Kirchhundem beschädigt

Im sauerländischen Kirchhundem (Kreis Olpe) ist zum wiederholten Mal ein als Flüchtlingsunterkunft geplantes Haus beschädigt worden. Unbekannte Täter haben durch das Aufdrehen von Wasserhähnen einen Schaden von 1.000 Euro angerichtet, wie die Polizei am Montag (11.01.2016) berichtet. Sie vermutet, dass am Freitag (08.01.2016) die Tür zum Bauernhaus aufgebrochen wurde. Es ist bereits der dritte Anschlag auf die Baustelle: Im März 2015 war ebenfalls ein Wasserschaden durch das Aufdrehen von Leitungen verursacht worden und im Dezember war ein Brandanschlag fehlgeschlagen, das Feuer erlosch von selbst. Der Staatsschutz aus Hagen ermittelt nun, weil nach Angaben der Polizei ein fremdenfeindlicher Hintergrund auf der Hand liege. "Da scheint offenbar jemand aus dem Ort ein Problem mit der geplanten Flüchtlingsunterkunft zu haben", vermutet ein Polizeisprecher.

Stand: 17.01.2016, 18:36