Kurden demonstrierten in Düsseldorf

Kritik an türkischer Regierungspolitik

Kurden demonstrierten in Düsseldorf

  • Polizei: 15.000 Teilnehmer
  • Straßenbahnverbindungen und Buslinien ausgefallen
  • Demonstration verlief friedlich

Tausende Kurden demonstrierten am Samstag (26.12.2015) in Düsseldorf gegen das Vorgehen der türkischen Regierung gegen die kurdische Bevölkerung. Kritisiert wude auch die Europäische Union für ihren mit dem türkischen Präsidenten Erdogan vereinbarten Aktionsplan zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Es sei ein "Deal mit dem Staat, der zu den größten Urhebern der Flüchtlingskrise zählt", heißt es auf Flugblättern. Aus den kurdischen Gebieten in der Ost- und Südosttürkei seien aktuell etwa 200.000 Menschen auf der Flucht, so ein Sprecher am Rande der Demo. Die Städte dort würden von der türkischen Armee belagert, Wasser-, Strom- und Telefonleitungen seien gekappt worden.

Forderung nach Ende des PKK-Verbots

Die Demonstranten forderten ein Ende der Gewalt in den kurdischen Gebieten der Türkei und den Erhalt der Selbstverwaltungsstrukturen. Zudem verlangten sie ein Ende des PKK-Verbots. Die PKK ist in Deutschland seit 1993 als terroristische Vereinigung verboten.

An der Demonstration nahmen Tausende Kurden teil. Schätzungen der Polizei sprechen von 15.000 Teilnehmer, die "in der Spitze" durch Düsseldorf zogen. Die Zahl der Demonstranten war im Laufe des Vormittags immer weiter angestiegen. Der Zug aus der Innenstadt zum Landtag und die anschließende Kundgebung verliefen nach Angaben der Polizei friedlich.

Organisiert wurde die Demonstation vom Verein Nav-Dem (Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurden in Deutschland) mit Sitz in Düsseldorf, der vom Verfassungsschutz als ein der PKK nahestehender Verein beurteilt wird.

Stand: 26.12.2015, 16:09