Das Ruhrgebiet im digitalen Archiv

Das Ruhrgebiet im digitalen Archiv

Beim neuen Projekt "Zeit-Räume Ruhr" kann jeder seine persönlichen Erinnerungsorte als Foto oder Geschichte teilen, auch die vom Besuch "anne Bude". Eine erste Erkenntnis: Jede Generation feiert ihren ganz eigenen Pott.

Die Silhouette vom Malakoff-Turm in Bottrop bei Sonnenuntergang

"Alles das, was man mit dem Ruhrgebiet und seiner Geschichte verbindet, kann man auf der Plattform nennen und zur Verfügung stellen", erklärt Theo Grütter, der Direktor des Ruhr-Museum Essen. Gemeinsam mit dem Institut für soziale Bewegung in Bochum hat er das Projekt gestartet. Dabei sei der Begriff "Erinnerungsort" sehr weit gefasst. Zum einen sind es physische Orte, an denen man ganz zentrale Erlebnisse hatte, die mit der Ruhrgebietsgeschichte in Verbindung stehen. Klassische Beispiele sind die Schachttürme, wie der Malakoff-Turm von Prosper II in Bottrop.

"Alles das, was man mit dem Ruhrgebiet und seiner Geschichte verbindet, kann man auf der Plattform nennen und zur Verfügung stellen", erklärt Theo Grütter, der Direktor des Ruhr-Museum Essen. Gemeinsam mit dem Institut für soziale Bewegung in Bochum hat er das Projekt gestartet. Dabei sei der Begriff "Erinnerungsort" sehr weit gefasst. Zum einen sind es physische Orte, an denen man ganz zentrale Erlebnisse hatte, die mit der Ruhrgebietsgeschichte in Verbindung stehen. Klassische Beispiele sind die Schachttürme, wie der Malakoff-Turm von Prosper II in Bottrop.

Auch metaphorische Erinnerungsorte nimmt das Online-Projekt in die Sammlung auf. "So ist Kohle zum Beispiel ein Erinnerungsort. Oder Stahl. Aber auch Arbeitskampf", erklärt Museums-Direktor Grütter. "Alles das, was man mit dem Ruhrgebiet und seiner Geschichte verbindet, kann man hier auf der Plattform den Menschen nennen und zur Verfügung stellen." Das Foto dokumentiert einen der Stahl-Arbeitskämpfe aus dem Jahr 1987 auf einer Brücke in Duisburg-Rheinhausen, die inzwischen "Brücke der Solidarität" heißt.

Rund 150 Erinnerungsorte und Geschichten sind bereits hochgeladen worden. Ein Jahr lang soll erstmal gesammelt werden, bis konkrete Ergebnisse präsentiert werden. Soviel möchte Direktor Grütter daher noch nicht zu besonderen Orten sagen. Eines scheint jedoch schon festzustehen: die Blickwinkel auf den Ruhrpott sind generationenabhängig. "Es gibt natürlich die Generation, die noch sehr stark mit der Industriegeschichte sozialisiert wurde, aber ist gibt natürlich auch neue Orte. So taucht etwa das Bochumer Kneipenviertel 'Bermudadreieck' auf."

Und was ist dem zentralen Erinnerungsort des gebürtigen Gelsenkircheners Grütter? "Das ist natürlich fast schon eine rhetorische Frage - also in Gelsenkirchen wird man sicherlich auf den Erinnerungsort Schalke kommen oder Fußball - aber auch vielleicht eines der Stadien, zum Beispiel die Glückauf-Kampfbahn. Zentrale Erfahrungen, die die Kindheit und das Bewusstsein geprägt haben."

Stand: 28.02.2017, 11:10 Uhr