Status Quo: 50 Jahre Vollgas

Status Quo: 50 Jahre Vollgas

Von Ingo Neumayer

Bei denen klingt doch alles gleich! Was man AC/DC, den Ramones oder Bad Religion gerne nachsagt, müssen sich auch Status Quo immer mal wieder anhören. Doch ein Blick auf die 50-jährige Bandgeschichte zeigt: Sie haben noch mehr drauf als simplen Boogie-Rock.

Status Quo Ende der 1960er

Zur Anfangszeit Mitte der Sechziger war die Londoner Band noch ziemlich orientierungslos: Erst nannte sie sich The Scorpions, dann The Spectres, später Traffic und Traffic Jam, schließlich Status Quo. Unter letzterem Namen hatte man dann endlich Erfolg: Direkt die erste Single "Pictures Of Matchstick Men" wurde ein Hit in England, USA und Deutschland und später sogar von Ozzy Osbourne gecovert. Die Nummer passte perfekt in die damalige Hippie-Zeit: Psychedelische Sounds treffen eingängige Popmelodien und einen reichlich merkwürdigen, esoterisch anmutenden Text.

Zur Anfangszeit Mitte der Sechziger war die Londoner Band noch ziemlich orientierungslos: Erst nannte sie sich The Scorpions, dann The Spectres, später Traffic und Traffic Jam, schließlich Status Quo. Unter letzterem Namen hatte man dann endlich Erfolg: Direkt die erste Single "Pictures Of Matchstick Men" wurde ein Hit in England, USA und Deutschland und später sogar von Ozzy Osbourne gecovert. Die Nummer passte perfekt in die damalige Hippie-Zeit: Psychedelische Sounds treffen eingängige Popmelodien und einen reichlich merkwürdigen, esoterisch anmutenden Text.

Das war es allerdings erst einmal in Sachen Erfolg: Die nächsten Singles von Status Quo floppten alle. Erst 1971 bildete sich die klassische Status-Quo Besetzung mit Alan Lancaster (Gesang, Bass), Francis Rossi (Gesang, Gitarre), Rick Parfitt (Gesang, Gitarre) und Drummer John Coghlan (v.l.n.r.) heraus, die als "Frantic Four" ("die durchgeknallten Vier") berühmt wurde.

Der Sound wurde gestrafft und in Form gebracht. In der klassischen Rockbesetzung kombinierten Status Quo knackige Hardrock-Riffs mit mitreißenden Boogie-Elementen. Heraus kamen dabei Hits wie "Caroline", "Down Down" oder "Whatever You Want".

Immer wieder konnten Status Quo mit Fremdmaterial punkten. 1977 gelang ihnen ein Hit mit der John Fogerty-Nummer "Rockin' All Over The World". Und 1986 coverten sie "In The Army Now", einen Song der holländischen Brüder Bolland & Bolland, die auch Falcos Charterfolge geschrieben hatten. Die Nummer wurde der größte Hit ihrer Karriere.

Da hätte sich auch jeder einen eigenen Wohnwagen leisten können, anstatt sich zu fünft in einen einzigen zu quetschen. Aber Status Quo blieben tatsächlich trotz ihrer Erfolge immer nahbar und bodenständig.

Vor allem live waren Rossi und Parfitt, die als einzige von der legendären "Frantic Four"-Besetzung übrig geblieben waren, eine Bank. Die Hippie-Vergangenheit zählte auf der Bühne genauso wenig wie der Mainstream-Pop, mit dem man in den Achtzigern geliebäugelt hatte.

Stattdessen gab es grundsoliden, ehrlichen Boogie-Rock ohne großen Firlefanz, angereichert mit ikonischen Showelementen wie dem parallel ausgeführten Gitarrengewackel, das Rossi und Parfitt zur Perfektion gebracht haben. Und egal, ob die Platten der Band gut, durchwachsen oder eher mau waren: Live waren Status Quo immer ein Ereignis, das auch von den Fans entsprechend gefeiert wurde.

Legenden unter sich: In der Gesellschaft von Ringo Starr (li.) und Brian May (re.) fühlte sich Rick Parfitt (M.) richtig wohl. Und auch der Interviewer wusste, wovon er sprach: Thomas Gottschalk wurde schon in den 1970ern zum Quo-Fan.

Nicht nur die Musiker, auch die Instrumente haben unter ihren Fans Legendenstatus. Bei Konzerten sah man die beiden nie ohne ihre Lieblingsgitarren: Parfitt mit der weißen und Rossi mit der grünen Fender Telecaster. Klar, dass der Schock 2014 groß war, als Rossis Gitarre, mit der er über 4.000 Auftritte absolviert hatte, den Geist aufgab: Sie ließ sich einfach nicht mehr stimmen.

Nicht nur an den Instrumenten, auch an den Musikern nagte zusehends der Zahn der Zeit. Nachdem zuvor schon die Reunion der "Frantic Four"-Besetzung nur von kurzer Dauer war, musste Francis Rossi zuletzt sogar ohne Rick Parfitt auskommen. Der erlitt im Juni 2016 nach einem Konzert in Antalya einen Herzinfarkt und verkündete danach, dass er nicht mehr regelmäßig mit der Band auftreten könne. Die Tournee jedenfalls wurde mit dem Ersatzgitarristen Richie Malone fortgesetzt.

Das Tourmotto lautete übrigens "The Last Night Of The Electrics": Zum letzten Mal soll es Status Quo im großen Rahmen mit E-Gitarren zu sehen geben - auch in NRW. Am 19.11. ist die Band in Köln, am 24.11. in Oberhausen zu Gast. Doch am Ende ist Status Quo damit noch lange nicht. Denn Rossi & Co. wollen weitermachen und ihre Songs zukünftig etwas leiser und in Akustikversionen präsentieren. Whatever you want...

Stand: 15.11.2016, 12:13 Uhr