Pete York: Der Drummer, dem die Stars vertrauen

Pete York: Der Drummer, dem die Stars vertrauen

Von Ingo Neumayer

Er spielte mit Eric Clapton und Helge Schneider, Jon Lord und Konstantin Wecker. Schlagzeuger Pete York fühlt sich im Rock genauso zu Hause wie im Jazz oder Blues. Am Mittwoch, 15. Februar, erzählt er im WDR 4 Beatcafé von seinem bewegten Musikerleben.

Schlagzeuger Pete York

Kennen Sie diesen Mann? Gehört haben Sie ihn, beziehungsweise sein Spiel, bestimmt schon. Denn der Schlagzeuger Pete York ist seit 50 Jahren aktiv, und das in den verschiedensten Bereichen. Ob Jazz oder Rock, Blues oder R'n'B - Pete York ist in vielen Genres zu Hause.

Kennen Sie diesen Mann? Gehört haben Sie ihn, beziehungsweise sein Spiel, bestimmt schon. Denn der Schlagzeuger Pete York ist seit 50 Jahren aktiv, und das in den verschiedensten Bereichen. Ob Jazz oder Rock, Blues oder R'n'B - Pete York ist in vielen Genres zu Hause.

1942 im nordenglischen Middlesbrough geboren, hört York mit acht Jahren das erste Mal den legendären Jazzer Gene Krupa im Radio. York beschließt: Das will ich auch und trommelt auf den Töpfen seiner Mutter herum. Später wird York (re.) Teil der Jazz- und Blues-Szene in Birmingham und schließt sich 1963 dem Gitarristen Spencer Davis und den Brüdern Steve und Muff Winwood an. Die Spencer Davis Group ist geboren.

Mit "Keep On Running", "I'm A Man" oder "Gimme Some Lovin'", das später auch von den Blues Brothers gecovert wird, gelingen der Spencer Davis Group Mitte der 1960er Jahre mehrere große Hits, und das nicht nur in ihrer britischen Heimat. Auch im Rest Europas und den USA ist die Band gefragt. Yorks Drumming ist so präzise, dass er sich schnell einen Namen in der Blues- und Rockszene macht. 1966 wird er für das kurzlebige "Powerhouse"-Projekt von Eric Clapton engagiert und nimmt vier Songs mit dem Maestro auf.

Wie viele Bands dieser Zeit, hat auch die Spencer Davis Group nur eine kurze Lebensdauer. Steve Winwood verlässt die Band 1967, um erst Traffic und später mit Eric Clapton und Ginger Baker Blind Faith zu gründen, sein Bruder Muff wechselt zur Musikindustrie. Und auch Pete York sagt Bye-Bye und gründet mit dem Keyboarder das Duo Hardin & York, das als "kleinste Bigband der Welt" tituliert wird und Anfang der 1970er vor allem in Deutschland große Erfolge feiert.

Hardin & York spielen im Vorprogramm von Deep Purple, und deren Keyboardspieler Jon Lord ist mächtig beeindruckt von Pete Yorks Künsten.

Als Jon Lord 1975 das Classic-Rock-Album "Sarabande" einspielt, fragt er daher nicht seinen Deep-Purple-Kollegen Ian Paice um Unterstützung am Schlagzeug, sondern Pete York. Gitarre auf dem Album spielt übrigens ein gewisser Andy Summers - der zwei Jahre später mit The Police eine Weltkarriere beginnen sollte.

Pete York ist gefragt und gut vernetzt. Er spielt mit Keith Moon von The Who und Deep Purples Ian Paice, geht mit den Jazzern Klaus Doldinger und Chris Barber auf Tour. Auf einen Stil festlegen lassen? Nicht mit ihm.

Auch als "Schlagzeuglehrer" macht York Karriere. In seine TV-Reihe "Super Drumming", die zwischen 1987 und 1990 in der ARD ausgestrahlt wird, lädt er Koryphäen aus Blues, Rock und Jazz ein. York zeigt den Zuschauern mit Gästen wie Ian Paice, Cozy Powell, Zak Starkey, Bill Bruford, Nicko McBrain oder Billy Cobham wie man ein besserer Drummer wird und was die unterschiedlichen Stile und Spielarten ausmacht.

York, der seit 1984 mit seiner Frau und seiner Tochter in Deutschland lebt, ist auch in der deutschen Musikszene aktiv. So nimmt er mit Konstantin Wecker das Album "Wieder dahoam" auf und geht auch mit ihm auf Tour.

Ein ganz neues Publikum erschließt sich Pete York im neuen Jahrtausend. 2003 engagiert ihn Helge Schneider und geht mit ihm und Kontrabassist Jimmy Woode auf Tournee. Die Tournee habe auch therapeutische Gründe, so Schneider. Es gehe darum, "das eingefrorene Lächeln Pete Yorks zu behandeln", da dieser an "Grinswut" leide.

York macht den Spaß mit, und zwar nicht nur auf der Bühne. Auch im Helge-Schneider-Film "Jazzclub - der frühe Vogel fängt den Wurm" hat er eine tragende Rolle. York spielt den Schlagzeuger Howard Risk, der zusammen mit Teddu Schu (Schneider) und Steinberg (Woode) ein erfolgloses Jazztrio bildet, das von Außerirdischen entführt wird.

Pete York wird zwar Mitte August 75 Jahre alt, aber auf sein Schlagzeugspiel hat das keinen Einfluss. Er tritt weiterhin regelmäßig in den unterschiedlichsten Konstellationen auf, und auch sein Freund Helge Schneider hat sich mal wieder gemeldet: Am 17. Februar erscheint das gemeinsame Album "Heart Attack No. 1". Am Mittwoch ist er ab 20 Uhr im Beatcafé auf WDR 4 zu Gast.

Stand: 13.02.2017, 11:41 Uhr