"Bauhaus" trifft chinesische Tradition

"Bauhaus" trifft chinesische Tradition

Von Thomas Frank

Im Städtebau legt China ein atemberaubendes Tempo vor. Ein Akteur ist dabei das Architekturbüro "ZAO/standardarchitecture", dem der Kunstverein Bielefeld nun eine Ausstellung widmet.

Micro-Hutong, Beijing, 2013

Die Mega-Metropolen in China erleben ein wahres Baufieber. In Europa sind chinesische Architekten jedoch kaum bekannt. Der Kunstverein Bielefeld wagt nun einen Perspektivwechsel und stellt das Büro "ZAO/standardarchitecture" vor. Es hat zum Beispiel in den alten Stadtteilen von Peking, den Hutongs, originelle Bauprojekte realisiert. "Ein attraktiver öffentlicher Raum kann bewirken, dass mehr Menschen im Hutong wohnen bleiben", so Zhang Ke, Gründer des Architektubüros.

Die Mega-Metropolen in China erleben ein wahres Baufieber. In Europa sind chinesische Architekten jedoch kaum bekannt. Der Kunstverein Bielefeld wagt nun einen Perspektivwechsel und stellt das Büro "ZAO/standardarchitecture" vor. Es hat zum Beispiel in den alten Stadtteilen von Peking, den Hutongs, originelle Bauprojekte realisiert. "Ein attraktiver öffentlicher Raum kann bewirken, dass mehr Menschen im Hutong wohnen bleiben", so Zhang Ke, Gründer des Architektubüros.

In die Wohnhöfe fügte "ZAO" gestaffelte und auskragende Kubus-Häuschen ein. Aus Beton und grauen Ziegelsteinen, mit Holzfenstern und Holztüren jenseits klassischer Geometrien. "Es ist chaotisch dort, die Menschen leben dort dicht gedrängt auf kleinstem Raum. Aber gleichzeitig ist es architektonisch unheimlich spannend", so Zhang Ke zu WDR 3.

Zhang Ke hat "ZAO" 2001 gegründet, als privates Architekturbüro mit 20 bis 30 Mitarbeitern. Virtuos verbindet "ZAO" westliche "Bauhaus"-Philosophie mit chinesischen Architekturtraditionen. Im tibetischen Hochland haben zum Beispiel lokale Handwerker im Auftrag von "ZAO" zick-zack-förmige Rampen aus Stein und Holz errichtet. Der "Niangou Terminal" ist ein Bootsanleger, an dem sich zwei Flüsse treffen. "Natürlich kann angesichts einer solch überwältigenden Topografie die Architektur nicht die Landschaft übertrumpfen. Es ist nicht die Architektur, die hervorsticht, sondern der Ort", erklärt Zhang Ke.

"Wenn man vom Wasser aus 3000 Meter ins Gebirge hinaufsteigt, zurück ins Tal blickt, fühlt man eine unglaubliche Nähe zur Natur", so Architekt Zhang Ke. "Es ist wie eine Meditation." Der Kunstverein in Bielefeld stellt "ZAO" mit einer reduzierten räumlichen Inszenierung vor: 15 Holzmodelle, dazu Fotos, Zeichnungen und Texte. Ein geglücktes Konzept. Es ermöglicht, sich konzentriert mit den hochklassigen Bauten von "ZAO" auseinanderzusetzen. "ZAO" ist im Kunstverein Bielefeld noch bis 17. April 2017 zu sehen.

Stand: 13.02.2017, 10:39 Uhr