Sinnliche Erfahrung - Wu Tsang in Münster

Sinnliche Erfahrung - Wu Tsang in Münster

Die US-Amerikanerin Wu Tsang gehört zu den profiliertesten Performerinnen, Künstlerinnen und Filmemacherinnen ihrer Generation. Die Kunsthalle Münster zeigt ab Samstag die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland.

Wu Tsang, "We hold where study", 2017. 2-Channel Video (Production Still)

Die Künstlerin mit chinesischen Wurzeln schafft Filme, Installationen, Performances und Skulpturen. Ihre Werke bewegen sich zwischen Dokumentation, Aktivismus und Fiktion. Die Ausstellung "Devotional Document (Part 2)" in Münster zeigt fünf Arbeiten rund um das Thema Sprache, Kommunikation und Missverständnis. Darunter auch ihr jüngstes Filmprojekt "We hold where study".

Die Künstlerin mit chinesischen Wurzeln schafft Filme, Installationen, Performances und Skulpturen. Ihre Werke bewegen sich zwischen Dokumentation, Aktivismus und Fiktion. Die Ausstellung "Devotional Document (Part 2)" in Münster zeigt fünf Arbeiten rund um das Thema Sprache, Kommunikation und Missverständnis. Darunter auch ihr jüngstes Filmprojekt "We hold where study".

Fühlen, berühren, halten: Die 2-Kanal-Projektion macht Paarverstrickungen erlebbar. Der Film fußt auf der engen Zusammenarbeit mit dem Literaturprofessor Fred Moton. In der Kunsthalle Münster bindet Wu Tsang den Film erstmals in einen größeren Installationszusammenhang ein.

Wu Tsang wurde 1982 in Massachusetts geboren und hat in Chicago und Los Angeles Kunst studiert. In Deutschland ist die Künstlerin eher noch unbekannt. Für die Ausstellung hat sie eine Rauminszenierung aus bestehenden und neuen Werkkomplexen entwickelt - die alle Sinne anspricht.

Skulpturen wie "Gravitational Feel" können begangen und auch haptisch erlebt werden. Von der Hallendecke hängen bunte geflochtene Bänder in unterschiedlichen Stärken. Die Knoten ähneln einem Morsecode und gehen auf eine Knotenschrift der südamerikanischen Urbevölkerung zurück.

Zwei Wochen lang haben die Künstlerin und Fred Moten auf dem Anrufbeantworter des jeweils anderen Nachrichten hinterlassen. Darin ging es um persönliche und alltägliche Dinge, die Liebe und die Kunst. Die beiden Stimmen legte Wu Tsang bei einer Collage übereinander. "Miss Communication and Mr:Re" heißt das Werk, das die Künstlerin Wu Tsang (als männliche Person) mit Fred Moten auf einem Screen im Porträt zeigt.

Wu Tsang beschäftigt sich in der Ausstellung, die bis zum 1. Oktober 2017 in Münster zu sehen ist, auch mit der Selbstbestimmung des Einzelnen. Im Handyvideo "Girl Talk" untersuchen die Künstlerin und der Dichter die Figur der Drag Queen. Euphorisch dreht sich Fred Moten in einem lichtdurchfluteten Garten in Kalifornien. Er trägt dabei ein blasses Samtcape und überdimensionierte Diamantohrringe. Aus dem Off ertönt dazu eine A-cappella-Version des Jazz-Standards "Girl Talk".

Stand: 26.05.2017, 13:20 Uhr