Konzeptkünstler Niele Toroni erhält den Rubenspreis der Stadt Siegen

Konzeptkünstler Niele Toroni erhält den Rubenspreis der Stadt Siegen

Niele Toroni hat den Rubenspreis der Stadt Siegen erhalten. Das Museum für Gegenwartskunst widmet dem Schweizer Konzeptkünstler derzeit eine große Ausstellung. Toroni brachte dafür nicht nur Arbeiten aus Papier und Leinwand mit.

Niele Toroni 2017 im MGK Siegen: "Impronte di pennello n. 50 ripetute a intervalli regolari di 30 cm"

Seine einfarbigen Pinselabdrücke sind sein Markenzeichen: Niele Toroni experimentiert schon seit fünfzig Jahren damit. "'Pinselabdrücke Nr. 50, wiederholt in regelmäßigen Abständen von 30 cm' ist der Titel aller meiner Arbeiten und aller meiner Werke", sagt der 1937 im schweizerischen Tessin geborene Künstler.

Seine einfarbigen Pinselabdrücke sind sein Markenzeichen: Niele Toroni experimentiert schon seit fünfzig Jahren damit. "'Pinselabdrücke Nr. 50, wiederholt in regelmäßigen Abständen von 30 cm' ist der Titel aller meiner Arbeiten und aller meiner Werke", sagt der 1937 im schweizerischen Tessin geborene Künstler.

Er gilt als einer der renommiertesten Protagonisten einer analytischen Malerei, die traditionelle Formen zugunsten einer offenen und situationsbezogenen Auffassung sprengt. 1966/1967 bildete er zusammen mit Daniel Buren, Michel Parmentier und Olivier Mosset die Künstlergruppe BMPT, die mit der traditionellen Kunst brach: Ihre Bilder sollten nur aus Leinwand, Farbe und Formen bestehen, nicht aber Träger einer Botschaft sein.

Bekannt machten ihn aber seine farbigen Pinselabdrücke, von denen jeder einzigartig ist und sich von allen anderen unterscheidet. Der 80-jährige Künstler, der seit 1959 in Paris lebt und arbeitet, malt dabei nicht nur auf Papier und Leinwände, sondern auch auf Wachstücher, Mauern oder Fußböden.

Seine Malerei kennt keine Grenzen. Das zeigt sich auch im Rahmen der Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen, die bis zum 15. Oktober zu sehen ist. Neben 45 bereits bestehenden Arbeiten schuf der Künstler in der Woche vor Ausstellungsbeginn mehrere Werke vor Ort, die die Besonderheit des Raumes zum Ausdruck bringen.

In einem sechseckigen Raum hängte er Bilder über Eck, er markierte eine Serie von Pfeilern mit seinem Markenzeichen, malte auf Fensterscheiben, setzte die Pinselabrücke eines Bildes weiter auf der Wand fort - und verleiht ihnen dadurch eine Tendenz zum Unendlichen.

Seine Werke schmücken viele internationale öffentliche wie private Sammlungen und Museen. Zu sehen waren sie unter anderem auch auf der Documenta 7 (1982) und 9 (1992) in Kassel, auf der Biennale in Venedig (1976) oder SãoPaulo (1991). Niele Toroni wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. Zu seiner Preis-Sammlung kommt nun der Rubenspreis der Stadt Siegen hinzu.

Toroni reduziere durch seine in regelmäßigen Abständen aufgetragenen einfarbigen Pinselabdrücke die malerischen Mittel auf ein Minimum und öffne sie gleichzeitig in den Raum, urteilte die Jury über den 13. Preisträger des mit 5.200 Euro dotierten Rubenspreises. Der international renommierte Kunstpreis ist nach dem in Siegen geborenen Barockmaler Peter Paul Rubens benannt und wird seit 1957 alle fünf Jahre an einen Maler oder Grafiker verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Francis Bacon, Emil Schumacher, Lucian Freud und Sigmar Polke.

Stand: 02.07.2017, 06:00 Uhr