Auf den Spuren von Bettina Heinen-Ayech

Auf den Spuren von Bettina Heinen-Ayech

"Malen ist wie atmen" - so das Credo von Bettina Heinen-Ayech. Ihre leuchtenden Aquarelle zeugen davon. Im September feierte die in Algerien lebende Malerin ihren 80. Geburtstag in ihrem Elternhaus in Solingen.

Abdelhamid Ayech, Bettina Heinen-Ayech

Bereits als Kind entdeckt Bettina Heinen-Ayech ihre Liebe zur Malerei. Ihr Vater, der Dichter und Journalist, Hans Heinen und ihre kunst- und literaturinteressierte Mutter Erna, stehen ihren Ambitionen nicht im Weg: "Ich wollte gar nicht mehr in die Schule gehen. Ich habe immer meine Eltern angefleht, mich heute fehlen zu lassen, denn ich male doch an einem Bild und so habe ich relativ viel gefehlt", erzählt die Künstlerin im Interview mit WDR 3.

Bereits als Kind entdeckt Bettina Heinen-Ayech ihre Liebe zur Malerei. Ihr Vater, der Dichter und Journalist, Hans Heinen und ihre kunst- und literaturinteressierte Mutter Erna, stehen ihren Ambitionen nicht im Weg: "Ich wollte gar nicht mehr in die Schule gehen. Ich habe immer meine Eltern angefleht, mich heute fehlen zu lassen, denn ich male doch an einem Bild und so habe ich relativ viel gefehlt", erzählt die Künstlerin im Interview mit WDR 3.

Der spätimpressionistische Maler Erwin Bowien, ein Freund der Familie, wird ihr wichtigster Lehrer. Sie habe mehr von ihm gelernt, als an den Kölner Werkschulen und an den Kunstakademien München und Kopenhagen. "Perspektive, Perspektive habe ich von ihm gelernt, Farbe. Dass Kobalt blau nach hinten geht, Ultramarin nach vorne, Preußisch Blau verboten, denn Preußisch Blau knallte raus", erinnert sich Bettina Heinen-Ayech.

Sie hätten immer gekämpft miteinander, aber gelernt habe sie trotzdem unvorstellbar viel von ihm. "Er schleppte mich ja in jedes Museum und sagte: 'Jeder ist Dir in irgendeiner Weise überlegen und wenn Du das erkennst und das aufnimmst, dann kannst Du Maler werden."

Und das wurde sie dann auch, eine Malerin. Und zwar eine, die es stets nach draußen in die Natur zog: "Ich empfinde bei der europäischen Kunst zu stark, dass die Leute in ihrer Bude sitzen, in ihrem Atelier sitzen und überlegen: 'Was können wir jetzt tun?' Und in der Freilichtmalerei hört das ganz auf." Jeden Tag ändere sich die Stimmung, das Blau, das Gelb, das Rot. "Und sie fühlen sich weit ab von allem, Kitsch. Sie haben Luft, sie haben Freiheit, Freiheit von sich selber!"

1963 bereist Bettina Heinen-Ayech zum ersten Mal Algerien, die Heimat ihres Mannes Abdelhamid, den sie in Paris kennengelernt hatte. Der kleine Ort Guelma, 40 Kilometer von der Küste entfernt, wird zu ihrer Heimat. Sie zieht zwei Kinder groß, findet Kontakt zur Kunstszene und stellte ihre Werke in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen aus: in Solingen, Algerien, Frankreich und anderen Ländern.

Jahr für Jahr kommt Bettina Heinen-Ayech zurück an den Ort, an dem sie aufgewachsen ist: in die beiden Fachwerkhäuser, die ihr ihre Eltern noch zu Lebzeiten schenkten: "Die beiden Häuser gab mir immer das Gefühl: Ich habe ja hier ein zu Hause, also bin ich da sicher. Ich kann ja gehen, wenn es mir nicht gefällt oder wenn ich irgendwas erlebe, was meine Grundfesten erschüttert."

Ihr Markenzeichen ist bis heute der lange, fast bis zur Hüfte reichende rote Zopf. Mittlerweile verwitwet, lebt sie die meiste Zeit des Jahres im Norden Afrikas. Selbstbewusst und unangepasst, ihr Leben lebend: "Ja, das habe ich immer getan, von Anfang an, habe ich öffentlich geraucht, öffentlich getrunken (…) Also, ich tue was ich will und sie fühlen alle, dass ich sie liebe, - das ist die Voraussetzung!"

Stand: 24.10.2017, 10:32 Uhr