Picasso-Porträts und Picassos Porträts

Picasso-Porträts und Picassos Porträts

Pablo Picasso war nicht nur einer der am häufigsten fotografierten Künstler des 20. Jahrhunderts. Der Maler führte die Kunst des Porträts in der Moderne auch zur Vollendung. Im Picasso-Museum Münster ist beides zu sehen.

Pablo Picasso, Figur mit gestreifter Bluse, 1949, Lithografie

Mit 90 teils großformatigen Zeichnungen und Lithographien präsentiert "Die Kunst des Porträts" einen umfassenden Überblick durch knapp 50 Jahre und unterschiedliche Schaffensphasen Picassos. Und zeigt auf, wie omnipräsent das menschliche Antlitz für den Maler Zeit seines Lebens war. Darunter sind auch selten oder nie zuvor gezeigte Werke der eigenen Sammlung (im Bild: "Figur mit gestreifter Bluse", 1949).

Mit 90 teils großformatigen Zeichnungen und Lithographien präsentiert "Die Kunst des Porträts" einen umfassenden Überblick durch knapp 50 Jahre und unterschiedliche Schaffensphasen Picassos. Und zeigt auf, wie omnipräsent das menschliche Antlitz für den Maler Zeit seines Lebens war. Darunter sind auch selten oder nie zuvor gezeigte Werke der eigenen Sammlung (im Bild: "Figur mit gestreifter Bluse", 1949).

Mit seinen Bildnissen beschäftigte sich Picasso mit einem Genre, das nach der Erfindung der Fotografie innerhalb der Moderne etwas in Verruf geraten war. Auch Picasso wählte den Weg aus der Porträtähnlichkeit hin zur formalen Abstraktion – im Porträt einer "Frau mit geblümter Bluse" von 1958 schon wieder sehr verhalten, ...

... in der "Komponierten Figur" (1949) - fast zehn Jahre früher - deutlich radikaler.

Das in Münster gezeigte "Porträt eines jungen Mädchens nach Cranach d.J. II" von 1958 illustriert, wie Picasso die durch die Fotografie gewonnene künstlerische Freiheit nutzte, um auch seine noch stark naturalistisch arbeitenden malerischen Vorbilder im Sinne der Moderne als Paraphrase auf sehr individuelle Art zu aktualisieren.

Aber die schier unzähligen Porträts von Frauen, Musen, Freunden, Kollegen, Sammlern und Galeristen waren für Picasso nicht nur formale Experimente, sondern auch gemalte bzw. gezeichnete Autobiografie. Wie bei der Lithographie von der Malerin Françoise Gillot, mit der Picasso fast zehn jahre zusammenlebte und zwei Kinder hatte, als Sonne (1946) …

… oder beim Porträt des französischen Kunsthändlers Daniel-Henry Kahnweiler, den Picasso 1910 auch in einem berühmten kubistischen Gemälde verewigte und der den Maler 1911 exklusiv unter Vertrag nahm.

Parallel zur "Kunst des Porträts" präsentiert das Museum auch eine Ausstellung von über 100 Fotos, bei denen Picasso als einer der am häufigsten abgelichteten Künstler des 20. Jahrhunderts im Fokus stand. Darunter ist auch diese wundervolle Spiegelaufnahme, die von der ebenfalls fotografierenden Lebensgefährtin Jacqueline Roque zu sein scheint, tatsächlich aber von David Douglas Duncan ist.

Die beiden Ausstellungen "Die Kunst des Porträts" und "Picasso im Fotoporträt" (hier von Lucien Clergue) sind noch bis zum 21. Mai 2017 im Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster zu sehen.

Stand: 24.02.2017, 08:00 Uhr