Gelsenkirchen: Komponist Paul Hindemith als Zeichner

Gelsenkirchen: Komponist Paul Hindemith als Zeichner

Von Conny Crumbach

Als Komponist Neuer Musik wurde Paul Hindemith weltbekannt. Weniger bekannt sind seine humorvollen Zeichnungen, die er ständig auf Zetteln, Speisekarten oder Notenpapier anfertigte. Zu sehen sind sie jetzt im Kunstmuseum Gelsenkirchen.

Zeichnung von Paul Hindemith

Gezeichnet hat der Komponist und Musiker Paul Hindemith ständig und überall - auf Zetteln, Notenblättern, Speisekarten, aber auch in sein Skizzenbuch. Die meisten Zeichnungen sind daher undatiert und haben auch keinen Titel. 1955 veröffentlicht Hindemith selbst eine kleine Bild-Bibliografie und überschreibt seine Zeichnungen mit dem Titel: "Hobbies".

Gezeichnet hat der Komponist und Musiker Paul Hindemith ständig und überall - auf Zetteln, Notenblättern, Speisekarten, aber auch in sein Skizzenbuch. Die meisten Zeichnungen sind daher undatiert und haben auch keinen Titel. 1955 veröffentlicht Hindemith selbst eine kleine Bild-Bibliografie und überschreibt seine Zeichnungen mit dem Titel: "Hobbies".

Geboren wird Paul Hindemith 1895 in Hanau/Main. Sein Vater ist sehr streng und besteht darauf, dass Paul und seine Geschwister Instrumente lernen. Paul lernt Geige, sein Bruder Rudolf Cello und die Schwester Antonia Klavier. Als "Frankfurter Kindertrio" lässt der Vater die drei in Frankfurter Bürgerhäusern auftreten.

Mit 13 Jahren beginnt Paul ein Geigestudium in Frankfurt und beginnt schon früh selbst zu komponieren. 1915 wird er im Alter von 20 Jahren Erster Konzertmeister beim Frankfurter Opernhausorchester.

1919 steigt Paul Hindemith auf die Bratsche um, ist Gründungsmitglied des Amar-Quartetts und gibt 1923 die Stelle als Konzertmeister zugunsten seiner Solokarriere auf. Von 1927 bis 1934 lehrt er an der Berliner Musikhochschule Komposition.

Während seiner Zeit an der Berliner Musikhochschule tourt Hindemith auch als Solist, komponiert und arbeitet mit Textern wie Bertolt Brecht und Gottfried Benn zusammen. 1933 verbannen die Nazis sein Werk als "kulturbolschewistisch" aus den Konzertprogrammen. 1934 wird er als Hochschulprofessor "beurlaubt".

1924 heiratet Hindemith seine Frau Gertrud in Deutschland. Während der NS-Zeit zieht das Ehepaar zunächst gemeinsam in die Schweiz, reist häufiger in die Türkei und emigriert schließlich 1940 in die USA. Dort wird Hindemith Professor an der Yale University of New Haven.

In der Gelsenkirchener Ausstellung sind auch einige Weihnachtskarten zu sehen, die Hindemith selbst gezeichnet hat - und die er regelmäßig gemeinsam mit seiner Frau an Freunde schickte.

1946 erhält Paul Hindemith die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, kehrt mit seiner Frau 1953 jedoch nach Europa zurück. Dort lässt sich das Ehepaar in der Schweiz nieder und zieht nach Blonay am Genfer See.

Nicht nur auf Papier, sondern auch auf Wände zeichnete Hindemith seine Phantasiewesen. Hier 1958 nach seiner Rückkehr in die Schweiz in Blonay.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Gelsenkirchen läuft vom 22. Oktober bis zum 3. Dezember 2017. Organisiert wird sie in Kooperation mit dem Musiktheater im Revier, das die Hindemith-Oper "Mathis der Maler" in der Spielzeit 2017/2018 inszeniert.

Stand: 22.10.2017, 06:00 Uhr