Niki de Saint Phalle und das Theater

Niki de Saint Phalle und das Theater

Nicht nur Mutter der Nana-Figuren: Die feministische Künstlerin Niki de Saint Phalle hatte noch eine andere Leidenschaft. Das Leopold-Hoesch-Museum in Düren zeigt jetzt ihre bisher kaum bekannten Skulpturen und Papierarbeiten fürs Theater.

Niki de Saint Phalle vor dem Plakat zu Lysistrata sitzend, 1966

Sie schuf bunte, runde Nana-Figuren und wurde damit weltberühmt: die französisch-amerikanische Künstlerin Niki de Saint Phalle. Daneben arbeitete sie in den 60er-Jahren aber auch mehrmals am Theater - zu sehen in der Ausstellung "Niki de Saint Phalle und das Theater - At Last I Found the Treasure".

Sie schuf bunte, runde Nana-Figuren und wurde damit weltberühmt: die französisch-amerikanische Künstlerin Niki de Saint Phalle. Daneben arbeitete sie in den 60er-Jahren aber auch mehrmals am Theater - zu sehen in der Ausstellung "Niki de Saint Phalle und das Theater - At Last I Found the Treasure".

Für die "Lysistrata" des Aristophanes im Staatstheater Kassel schuf sie 1966 die Kostüme und die Dekoration. Mit dem Thema des Stücks konnte sich Niki de Saint Phalle, die als Ikone der feministischen Kunst gilt, gut identifizieren.

In dem Theaterstück "Lysistrata" verschwören sich Frauen aus ganz Griechenland gegen ihre Männer und den Krieg. Erigierte Penisse prangten auf den Kostümrüstungen der Soldaten.

Die Schauspielerinnen trugen bunte Röcke und knappe Oberteile. Die Brüste waren mit Blumen, Fragezeichen und Herzen bedeckt, wie die Kostümentwürfe der Künstlerin zeigen.

Theaterregisseur Rainer von Diez (Mitte) hatte Niki de Saint Phalle (links) nach Kassel eingeladen. "Ich liebe die Faszination der ersten Nacht. Das ist viel spannender als die Vernissage in einer Ausstellung", sagte die Künstlerin damals dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Begeistert von ihrer Arbeit mit den Schauspielern und dem Publikum fing Niki de Saint Phalle auch selbst an zu schreiben. Gemeinsam mit Rainer Diez verfasste sie das Theaterstück "Vive moi" (ICH). Das Stück wurde anlässlich der "documenta" im Juni 1968 in Kassel uraufgeführt. 

"ICH" handelt von einem großwahnsinnigen Mädchen, das vor nichts zurückschreckt, um ans Ziel zu kommen. Sie tötet Mutter, Vater und Bruder und macht unter anderem als Rennfahrerin in einem bunten Rennwagen Karriere.

Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Künstler Jean Tinguely, bereitete sie damals das Bühnenbild für das Theaterstück vor, in dem das Mädchen verschiedene Stationen durchläuft.

Es zeigte eine pink farbene Vagina. Der Entwurf ist ebenfalls Teil der Schau "Niki de Saint Phalle und das Theater - At Last I Found the Treasure", die bis zum 2. Juli  im Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum in Düren zu sehen ist.

Stand: 03.04.2017, 14:13 Uhr