Schicksalsbilder von "Menschen auf der Flucht"

Schicksalsbilder von "Menschen auf der Flucht"

Die sogenannte Flüchtlingskrise bewegt die Welt. Dabei wird oft vergessen, dass dahinter Tausende und Abertausende Einzelschicksale stecken. Eine Ausstellung in der Kölner Michael Horbach Stiftung führt dies jetzt eindrücklich vor Augen.

Sinawi Medine, 13th 2016, Mediterranean

Schlauchboote, übervoll mit Flüchtlingen, zwischen offenem Meer und rettendem Festland: Diese Situation in der Schwebe hat Sinawi Medine auf jenen dramatischen Fotos festgehalten, die jetzt in der Michael Horbach Stiftung in Köln zu sehen sind. Hier die Rettungsaktion von 108 Personen am 17. April 2016 im Mittelmeer.

Schlauchboote, übervoll mit Flüchtlingen, zwischen offenem Meer und rettendem Festland: Diese Situation in der Schwebe hat Sinawi Medine auf jenen dramatischen Fotos festgehalten, die jetzt in der Michael Horbach Stiftung in Köln zu sehen sind. Hier die Rettungsaktion von 108 Personen am 17. April 2016 im Mittelmeer.

Besonders eindringlich werden die Aufnahmen durch den Umstand, dass der Fotograf das Schicksal der Flüchtlinge am eigenen Leib erlebte: Medine, 1983 in Eritrea geboren, verließ seine Heimat aus politischen Gründen und durchquerte Länder wie Libyen und den Sudan, bis er sich 2009 in Frankreich niederließ. Im Bild: ein Flüchtling mit Kinderlähmung, der seine Krücken in Libyen zurücklassen musste, um an Bord gelassen zu werden.

Medines Fotos in Köln zeigen nicht nur das Leid und die Ungewissheit der Flüchtlinge, sondern vor allem auch die Hoffnung spendenden Rettungsaktionen, die die zivile europäische Organisation "Sos Méditerranée" in Zusammenarbeit mit "Ärzte der Welt" im Mittelmeer durchführt. Titel dieses Fotos: "8. März 2016: Fenster nach Europa".

Die Hintergrundgeschichte dieses Fotos schildert Leid und Hofnung gleichermaßen: Es zeigt zwei Brüder, die vom Schiff "Aquarius" der "Sos Méditerranée" gerettet wurden, während ihr dritter Bruder in Libyen ermordet wurde.

Neben den Arbeiten Medines präsentiert die Michael Horbach Stiftung auch Arbeiten der beiden Bildjournalisten Christoph Püschner und Frank Schultze von der Reportageagentur "Zeitenspiegel". Hier Püschners Aufnahme von Flüchtlingen, die 2006 das Flüchtlingslager Aveba im Ostkongo erreichen, nachdem sie aus Angst vor Überfällen durch Milizen und die kongolesische Armee Tage und Nächte im Busch verbrachten.

29 Fotos von Püschner und Schulze aus dem Nordirak, Somalia oder Syrien, aber auch aus Tschetschenien, Georgien oder Uganda haben die Kuratoren der Ausstellung ausgewählt. Hier im Bild: Klimaflüchtlinge in einem Lager in der Nähe von Shyamnagar, die in mit Plastikplanen überdeckten Hütten leben - fotografiert von Frank Schulze.

Von Christoph Püschner stammt diese Aufnahme afghanischer Flüchtlinge, die 2013 mit ihren Habseligkeiten völlig erschöpft auf dem Weg zur Landesaufnahmestelle in Karlsruhe sind. Die Ausstellung "Menschen auf der Flucht" ist noch bis zum 19. März 2017 in der Michael Horbach Stiftung in Köln zu sehen. Der Eintritt ist frei, die Fotos können erworben werden.

Stand: 05.02.2017, 08:00 Uhr