Katharina Sieverding erhält Käthe-Kollwitz-Preis

Katharina Sieverding erhält Käthe-Kollwitz-Preis

Von Annabelle Steffes-Halmer

Ihre großformatige Fotokunst machte Katharina Sieverding aus Düsseldorf zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Dafür bekam sie den Käthe-Kollwitz-Preis.

Katharina Sieverding, KUNST UND KAPITAL, 2017

Geboren wurde Katharina Sieverding 1944 in Prag. Schon früh fertigte sie auffällige Selbstporträts an und setzte das eigene Gesicht auch als Projektionsfläche ein: "Das Gesicht erschien mir als naheliegendstes Medium der Selbstreflexion", sagt die ehemalige Beuys-Meisterschülerin. ("Kunst und Kapital", 2017)

Geboren wurde Katharina Sieverding 1944 in Prag. Schon früh fertigte sie auffällige Selbstporträts an und setzte das eigene Gesicht auch als Projektionsfläche ein: "Das Gesicht erschien mir als naheliegendstes Medium der Selbstreflexion", sagt die ehemalige Beuys-Meisterschülerin. ("Kunst und Kapital", 2017)

Grundthema ihrer Arbeiten ist seit ihrer Zeit bei Beuys die "Identität als Individualität und Dividualität und als kollektives Individuum". Dabei standen Film und Fotografie von Anfang an im Fokus ihres Schaffens. (Global Desire I", 2017)

Die Wahldüsseldorferin beherrscht das Spiel mit der Unschärfe perfekt. Überwiegend basieren ihre Großformate auf Polaroids und Passbildern aus ihrer frühen Schaffensphase. ("XVI/80", 1980)

Sieverding nahm den nach der Künstlerin Käthe Kollwitz (1867-1945) benannten Preis für bildende Kunst am 11. Juli 2017 in Berlin entgegen. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert. "Die Pleite", 2005)

Sieverding habe seit den 1960er Jahren das Zeitalter der großformatigen Fotokunst eingeleitet, begründeten die Juroren und Akademie-Mitglieder Jochen Gerz, Karin Sander und Klaus Staeck ihre Entscheidung. Sie hoben hervor, dass Sieverding grundsätzliche Fragen zu den künstlerischen, politischen und gesellschaftlichen Bedingungen für Produktionsprozesse und die Rezeption der Kunst stelle. ("Deutschland wird deutscher", 1992)

Ihr Werk vereine außerdem Aspekte des Archivierens und des kulturellen Gedächtnisses, Selbstreflexion, das Politische, die Provokation, das Analytische sowie den Einfluss der Massenmedien und neuester Technologien auf das Individuum. Ihr zu Ehren zeigt die Akademie der Künste in Berlin vom 12. Juli bis zum 27. August eine Ausstellung mit 19 ihrer Arbeiten. ("Weltlinie, 1999 – Du Erkennst Nur Die Daten", 1999)

Stand: 11.07.2017, 09:45 Uhr