"Die eigentlichen Werke - mit eigenen Händen gemacht"

"Die eigentlichen Werke - mit eigenen Händen gemacht"

Der britische Künstler Henry Moore ist vor allem für seine Bronze- und Steinskulpturen bekannt, aber auch viele seiner Gipsplastiken sind erhalten. Im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal sind nun viele Werke erstmals in Deutschland zu sehen.

Henry Moore, Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal 2016 (Ausstellungsansicht)

"Henry Moore - Plasters" heißt eine neue Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden, die bis zum 9. Oktober 2016 in Wuppertal zu besichtigen ist. Seit 2008 unterhält der britische Bildhauer Tony Cragg den Skulpturenpark und zeigt auf einem Areal von 20 Hektar neben eigenen Werken Arbeiten anderer zeitgenössischer Künstler.

"Henry Moore - Plasters" heißt eine neue Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden, die bis zum 9. Oktober 2016 in Wuppertal zu besichtigen ist. Seit 2008 unterhält der britische Bildhauer Tony Cragg den Skulpturenpark und zeigt auf einem Areal von 20 Hektar neben eigenen Werken Arbeiten anderer zeitgenössischer Künstler.

Henry Moore (1898-1986) ist vor allem als Erschaffer monumentaler Bronze- und Steinskulpturen bekannt. Seine Gipsplastiken wurden bis vor kurzem eher als Vorarbeiten statt als eigenständige Werke angesehen.

Einige Werke schuf Moore nur in Gips. Am Ende seiner Karriere im Jahr 1986 erklärte er: "Gips besitzt eine geisterhafte Unwirklichkeit im Gegensatz zur soliden Kraft der Bronze."

Anfangs wurden viele der Gipsplastiken zerstört, um weitere Abgüsse zu verhindern, sobald eine Bronzeedition fertig gestellt war. Andere Arbeiten wurden aufgrund ihrer Fragilität oder während des Abgießens beschädigt. Von dieser Sitzenden sind in Wuppertal Gipsvorlage und Abguss zu sehen.

Später bewahrte Moore jedoch die Gipsskulpturen immer häufiger auf und schenkte 1974 der Art Gallery of Ontario in Toronto ein Konvolut von 57 Plastiken als Grundlage des Henry Moore Sculpture Centers, dessen Sammlung heute über 900 Werke umfasst.

Moore bevorzugte es, mit Gips zu arbeiten, der im feuchten Zustand modellierbar ist und ausgehärtet geschnitzt werden kann.

Er bearbeitete ihre Textur mit Feilen und Meißel, aber auch mit zahnärztlichen Instrumenten und Alltagsgegenständen wie Käsereiben.

Während der Herstellung von Bronzeabgüssen wurden die Gipsskulpturen oft monatelang in Gießereien aufbewahrt; dort sammelte sich Bronzestaub in den Vertiefungen der Oberfläche.

Diesen Effekt imitierte Moore gelegentlich durch den Auftrag von Wasserfarben. In anderen Fällen verwendete er Walnusstinte oder Lehmfarbe.

"Dies sind keine Gipsabgüsse, sondern Originale ... es sind die eigentlichen Werke, die jemand mit eigenen Händen gemacht hat", so Henry Moore.

In den vergangenen acht Jahren hat die Henry Moore Foundation ein Projekt zur Restaurierung der erhaltenen Gips-Originale einiger Moore-Skulpturen in Angriff genommen. 30 Werke sind nun erstmals in Deutschland im Skulpturenpark ausgestellt.

Stand: 06.04.2016, 16:14 Uhr