Bilder von der Flucht

Bilder von der Flucht

Haben wir uns an die drastischen Bilder von Menschen auf der Flucht gewöhnt? Gegen die Gefahr von Gleichgültigkeit richtet sich die Foto-Ausstellung "bitte warten" in Gelsenkirchen. Freie Fotografen zeigen ihre Fotos.

Flüchtlinge sitzen auf dem Boden, um sie herum stehen Polizisten.

"Das ist ein historischer Moment, da müssen wir hin und müssen gucken, was da passiert", so der Wittener Fotograf Roland Geisheimer zu einem Kollegen im Herbst 2015. Gerade war bekannt geworden, dass Deutschland seine Grenzen für Flüchtlinge öffnet. An der österreichisch-ungarischen Grenze erwartet ihn ein hellblauer Himmel bei sommerlichen Temperaturen. Hier entsteht dieses Foto, einem Open-Air-Konzert gleich, wenn da nicht die Wand von Polizeirücken wäre, die sich vor den Wartenden aufgebaut hat.

"Das ist ein historischer Moment, da müssen wir hin und müssen gucken, was da passiert", so der Wittener Fotograf Roland Geisheimer zu einem Kollegen im Herbst 2015. Gerade war bekannt geworden, dass Deutschland seine Grenzen für Flüchtlinge öffnet. An der österreichisch-ungarischen Grenze erwartet ihn ein hellblauer Himmel bei sommerlichen Temperaturen. Hier entsteht dieses Foto, einem Open-Air-Konzert gleich, wenn da nicht die Wand von Polizeirücken wäre, die sich vor den Wartenden aufgebaut hat.

Es sind dramatische Szenen, die Fotografen an den Grenzen zu Europa mit ihren Kameras festhalten. Wie diese, als ein überfülltes Schlauchboot an der Küste von Lesbos anlegt. Freie Fotografen vom Berufsverband FREELENS stellen nun ihre Bilder in einer Gemeinschaftsschau aus.

Er sei ohne Auftrag unterwegs gewesen und "ohne den Hintergedanken, damit das große Geld zu verdienen", so Fotograf Geisheimer über seine Motivation, der das Thema "Flucht" in seiner Reihe "attenzione" bündelt.

Sogenannte "Money Shots", kommerziell gut verwertbare Bilder, sind in der Ausstellung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen zwar auch zu sehen. Doch für die Projekte, die die Gesamtausstellung versammelt, haben sich die Fotografen selbst den Auftrag erteilt. Sie alle waren nicht für Zeitungen oder Magazine unterwegs, sondern auf eigene Rechnung, betonen sie.

So sind fotojournalistische Arbeiten entstanden, die sich der Sensationslust verweigern. Aufgenommen in Turnhallen, wo die Stellwände, die ein Minimum an Privatheit garantieren sollen, ein abstraktes Muster formen. Die Fotografin Jennifer Zumbusch hält diese Stimmung mit ihrem Foto fest.

Dieses Foto von Eva-Maria Burchard zeigt den Bahnhofsvorplatz in Budapest, wo Menschen auf dem Asphalt ihre Zelte aufgeschlagen haben.

Das Thema "Flucht" wird außerdem aus der deutschen Perspektive gezeigt, wie hier von Fotografin Joanna Nottebrock.

Fotograf David Baltzer fängt eine weitere Perspektive auf das Thema "Flucht" ein, den fremdenfeindlichen Protest. "The others" heißt seine Serie, für die er auf Pegida-Kundgebungen in Dresden fotografiert hat.

Die Dortmunder Fotografin Iris Wolf dagegen hat für ihre Serie "zuhause" Menschen fotografiert, die helfen wollen. Wolf nennt darin weder deren Nachnamen, noch macht sie Angaben zum Wohnort, aus Sorge um die Sicherheit der Proträtierten. Im Bild: Michael, der in seinem Unternehmen Flüchtlinge beschäftigt.

Die Foto-Ausstellung "bitte warten..." zeigt ausgewählte Fotografien freier Fotografen noch ist bis zum 20. Mai 2017 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Stand: 16.02.2017, 14:29 Uhr