Neue Comic-Stories aus Köln, Berlin oder China

Neue Comic-Stories aus Köln, Berlin oder China

Von China und Berlin über den Ku-Klux-Klan bis zu Projekten mit Obdachlosen: Das Kölner Comic-Festival bietet ein breites Spektrum an Geschichten und Genres. Comic-Fans treffen auf ihre Helden.

Comic von Sascha Hommer

Der Autor Sascha Hommer war in China. Und genau so heißt sein Comic, den er beim Kölner Comic-Festival (10. bis 11.02.2017) vorstellt: "In China". Hommer berichtet über seine Erlebnisse in der 14-Millionen-Stadt Chengdu. Im Mittelpunkt: er selbst als Mann mit Katzenmaske - eine stilistische Eigenart, die Hommer-Fans längst lieben.

Der Autor Sascha Hommer war in China. Und genau so heißt sein Comic, den er beim Kölner Comic-Festival (10. bis 11.02.2017) vorstellt: "In China". Hommer berichtet über seine Erlebnisse in der 14-Millionen-Stadt Chengdu. Im Mittelpunkt: er selbst als Mann mit Katzenmaske - eine stilistische Eigenart, die Hommer-Fans längst lieben.

Ebenfalls aus der Großstadt, aber in schwarz-weiß: die Geschichte von Ben, der mit Berlin hadert. Hamed Eshrats Graphic Novel "Venustransit" ist eine Art zeichnerische Variante von Nick Hornbys Roman "High Fidelity" zwischen Kiez-Späti und Knochenjob. Ben wird nach einer langen Beziehung verlassen und findet in lakonisch-komischer Manier neuen Lebenssinn.

Der Kölner Comic-Szene widmet das Festival einen eigenen Abend. Mit dabei: Sarah Burrini. Die Zeichnerin hat mit ihrem Webcomicstrip "Das Leben ist kein Ponyhof" längst eine überregionale Fangemeinde erobert. Sie arbeitet darin humorvoll die Untiefen des Alltags auf.

Ebenfalls aus Köln: der Zeichner Ferdinand Lutz. Lutz ist eigentlich vor allem für seine Kinderbücher und Illustrationen bekannt. Doch er zeichnet auch experimentelle Comics für alle Altersgruppen. Auf dem Festival stellt er "Libretto 1" vor.

Der Kölner Zeichner Oliver Scheibler mag Kooperationen - ob mit Obdachlosen oder mit bekannten Autoren wie Dietmar Dath. Immer dabei: sein ins Groteske spielender Stil.

Fast ein Jungstar der deutschen Comicszene: Anna Haifisch, Jahrgang 1986. Sie begeistert mit ihrem Strip "The Artist" bereits das internationale Publikum des Trendmagazins "Vice". Das skurrile Künstlerwesen aus dem Comic ist natürlich auch in der Buchversion dabei, die es inzwischen gibt.

Max Baitingers Protagonist P. führt ein geordnetes Leben – und vor allem ein einsames. Doch als der titelgebende "Röhner" bei ihm einzieht, fliegt ihm die wohlgeordnete Daseinskonstruktion um die Ohren. Max Baitinger zeichnet eine weise und witzige Erzählung über eine Zumutung.

Die Belgierin Judith Vanistendael hat mit wunderbar intensiver Colorierung die Geschichte von Shakespeares "Macbeth" nicht nur für Kinder neu erzählt. Und zwar unter Einbezug dessen, was in dem Drama eine große Rolle spielt: nämlich "all the blood and the horrors", also "das ganze Blut, der ganze Horror", wie die Künstlerin auf ihrer Homepage augenzwinkernd schreibt.

Zwei Polizisten in einem baden-württembergischen Wald auf der Suche nach dem Ku-Klux-Klan - der Plot wäre zu skurril, um ihn sich auszudenken. Doch die Geschichte, die Jan Soeken mit "Friends" in Bild und Sprechblase packt und beim Festival vorstellt, ist tatsächlich passiert.

Stand: 09.02.2017, 15:01 Uhr