Mit Christo übers Wasser gehen

Mit Christo übers Wasser gehen

Christo ist zurück! Seit Samstag (18.06.2016) können Besucher in Oberitalien über das Wasser des Lago d'Iseo flanieren. Der Verhüllungskünstler installierte ein kilometerlanges gelbes Band auf der Wasseroberfläche. Die Materialien kommen auch aus Wuppertal und Greven.

Christo in der Lombardei

"Floating Piers" heißt das neue Großprojekt, das Christo mit einem ganzen Stab aus Ingenieuren und Monteuren auf das Wasser des Iseo-Sees gebracht hat. Die 15 Millionen US-Dollar Kosten hat Christo wie immer selbst erwirtschaftet.

"Floating Piers" heißt das neue Großprojekt, das Christo mit einem ganzen Stab aus Ingenieuren und Monteuren auf das Wasser des Iseo-Sees gebracht hat. Die 15 Millionen US-Dollar Kosten hat Christo wie immer selbst erwirtschaftet.

Bis zu 12.000 Menschen können nun gleichzeitig übers Wasser flanieren. Besonders schön ist Christos Installation von den Bergen rund um den See zu sehen...

... oder bei einem Helikopterflug aus der Luft.

Neben einem Spaziergang zur großen Monte Isola können die Installationsbesucher nun auch die Mini-Insel Sao Paolo umrunden. Das Anwesen auf dem Eiland gehört der Familie der Waffenhersteller Baretta. Die Unterstützung des Juniorchefs Franco hat Christo eingeholt. Momentan ist die Insel unbewohnt.

Ein Jahr dauert es, bis Christo die Genehmigung der italienischen Behörden für sein Projekt bekam. Auf den "Wrapped Reichstag" musste er mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Jeanne-Claude 24 Jahre warten. Vor allem die Lokalpolitiker galt es zu überzeugen.

Um das Spektakel des Sommers möglich zu machen, arbeiteten zu 40 Arbeiter in 14-Stundenschichten daran, die aus 206.000 Hohlraumwürfeln bestehenden 30 Teilstücke zusammenzubringen.

Zunächst wurden die noch freien Teilstücke an die bereits zusammengefügten herangezogen und dann festgeschraubt, damit die Pontons nicht wieder auseinanderdriften konnten.

Wichtig war natürlich auch, die Brücke sicher mit dem Land zu verbinden. Hierzu wurden Betongewichte mit Stahlfüßen im See versenkt. Die Vertäuung besorgten Taucher. Auch ein Tauchboot wurde speziell für das Projekt gebaut. Hier bohren Taucher eine Verankerung in die Wand der Monte Isola.

Zu guter Letzt wurden die weißen Kuben in den nächsten Tagen mit 90.000 Quadratmetern gelb-orangen schimmerndem Stoff überzogen, der aus Greven im Münsterland stammt. Das Garn lieferte eine Spinnerei aus Wuppertal.

16 Tage lang werden Christos "Floating Piers" nun die Attraktion des Sommers werden und die Orte der Region an den Rand des Verkehrskollapses bringen. Am 3. Juli 2016 ist alles schon wieder vorbei.

Stand: 14.06.2016, 09:00 Uhr