Lichtkunst Award in Unna

Lichtkunst Award in Unna

Von Katja Goebel

Ein gefallener Kronleuchter, ein begehbares Ewigkeitszeichen und Funken sprühende Glühlampen: Das Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna zeigt die Finalisten für den International Light Art Award.

Kronleuchter aus Glühbirnen

Ein großer Kristallglas-Kronleuchter liegt, wie von der Decke gefallen, auf dem Boden. An den nackten, dunklen Steinwänden ringsherum tanzt das gebrochene Licht. Diese Rauminszenierung, die wie eine Theaterkulisse auf den Besucher wirkt, ist eine von drei neuen Installationen, die ab Samstag (22.04.2017) im Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna zu sehen sind. Der Künstler Tilmann Küntzel gehört zu den Finalisten des diesjährigen "International Light Art Award", der Nachwuchskünstler ehrt und in Unna vergeben wird.

Ein großer Kristallglas-Kronleuchter liegt, wie von der Decke gefallen, auf dem Boden. An den nackten, dunklen Steinwänden ringsherum tanzt das gebrochene Licht. Diese Rauminszenierung, die wie eine Theaterkulisse auf den Besucher wirkt, ist eine von drei neuen Installationen, die ab Samstag (22.04.2017) im Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna zu sehen sind. Der Künstler Tilmann Küntzel gehört zu den Finalisten des diesjährigen "International Light Art Award", der Nachwuchskünstler ehrt und in Unna vergeben wird.

Ins Finale schaffte es auch das Künstlerduo Matty Vroegop und Ed Schoonveld aus den Niederlanden. Sie zeigen mit der Arbeit "Echo, turning the light around" 200 rotierende, schwarz-weiß karierte Lampen, die ein Unendlichkeitszeichen bilden. Besucher sind dazu eingeladen, die Lichtskulptur nicht nur zu betrachten, sondern sie auch zu begehen.

Glasstangen hängen an einer Leine und erzeugen blaue Funken, wenn sie mit der Stahlplatte in Berührung kommen. Der Funken sprühende "Point of contact" des japanischen Multimediakünstlers Satoru Tamura bringt Glühlampen zum Leuchten, die durch elektrische Ladungen verknüpft sind. Dieser Beitrag schaffte es ebenfalls in die Endrunde um den Award. Der Award ist als offener Wettbewerb konzipiert, an dem fast 300 Bewerber aus über 40 Ländern teilnahmen. Am 21. April 2017 wird der Gewinner des International Light Art Award (ILAA) bekannt gegeben.

Die drei Finalisten um den Award präsentieren sich inmitten der Dauerausstellung im Lichtkunstmuseum. Das weltweit einzige Museum, das auf die Präsentation von Lichtkunst spezialisiert ist, wurde 2001 in den Kühl- und Lagerräumen der ehemaligen Lindenbrauerei gegründet. Die "Die Signatur des Wortes" von Joseph Kosuth empfängt die Besucher gleich am Eingang. Auf Metallstegen laufend kann man die leuchtende Arbeit entdecken.

Auf 2.400 Quadratmetern erstreckt sich das unterirdische Labyrinth aus dunklen Gängen, engen Treppen und hohen Räumen - zehn Meter unter der Erde. Spektakulär ausgeleuchtet von Lichtkünstlern. Hinter jeder Wand wartet eine andere Installation - wie Mischa Kuballs Arbeit "Space-Speech-Speed" in einem ehemaligen Kühlraum.

Auf den ersten Blick mutet das Werk von François Morellets mit seinen einfachen Neonröhren an den Wänden ziemlich unspektakulär an. Doch wenn er aus waagerechten Lichtstäben plötzlich schräge macht, ändert sich für den Betrachter tatsächlich das Raumgefühl und die Ordnung des Auges kommt abhanden.

Tiefer kann man nicht hinabsteigen, suggerieren diese alten Gärbecken dem Betrachter. Neben ihrer Lichtkunst beschallt Christina Kubisch den Besucher mit gluckernden und zischenden Geräuschen.

Ein Lieblingsstück der Besucher: Olafur Eliasson inszeniert den ganz großen freien Fall, wenn er Wasser im Rhythmus von Stroboskoplicht in die Tiefe rauschen lässt. Den künstlichen Wasserfall können Besucher auf einem Steg durchschreiten.

Ein Großteil der Lichtkunstinstallationen wurde eigens für die Räume vor Ort geschaffen, darunter sind Werke von James Turrell, Christian Boltanski, Ólafur Elíasson, Rebecca Horn, Joseph Kosuth, Brigitte Kowanz, Mischa Kuball, Christina Kubisch, Mario Merz, François Morellet, Jan van Munster, Stefan Reusse und Keith Sonnier.

Damit sich niemand in den unterirdischen Katakomben verläuft, können die Besucher die Lichtkunst nur in Führungen bestaunen. Die drei neuen Werke, die speziell für das Museum angefertigt wurden, sind ab dem 22. April 2017 für Besucher zu sehen. Dann werden die Kunstwerke im Rahmen eines Familienfestes der breiten Öffentlichkeit präsentiert und bis zum 4. September 2017 ausgestellt.

Stand: 20.04.2017, 16:49 Uhr