Düsseldorf nähert sich dem "Mythos Tour de France"

Düsseldorf nähert sich dem "Mythos Tour de France"

Die gewaltigen Bildwelten der Tour de France: Zum Grand Départ in Düsseldorf präsentiert das NRW-Forum mit "Mythos Tour de France" eine internationale Gruppenausstellung mit Fotografie-Legenden.

Fahrradfahrer auf der Tour de France 2014

Die Ausstellung in Düsseldorf verwebt unterschiedliche künstlerische Perspektiven und erforscht zum diesjährigen Start der Tour am 1. Juli in der NRW-Landeshauptstadt die Frage: Wie wurde die Tour zum Mythos?

Die Ausstellung in Düsseldorf verwebt unterschiedliche künstlerische Perspektiven und erforscht zum diesjährigen Start der Tour am 1. Juli in der NRW-Landeshauptstadt die Frage: Wie wurde die Tour zum Mythos?

Der Düsseldorfer Philipp Hympendahl hat die Tour beispielsweise 2014 und 2015 mit einer Panorama-Kamera begleitet, mit der er entschleunigte Bilder macht.

Die Kamera gilt eigentlich als ungeeignet für die klassische Sportfotografie, Hympendahl benutzt sie, um auch Geschichten am Rand der Tour zu erzählen.

Die Fans der Tour am Streckenrand sind auch das Thema der Fotografin Nicola Mesken. Für das Langzeitprojekt "Allez le Tour" lichtet sie diese seit zwölf Jahren ab.

Mit einer analogen Kleinbildkamera und auf Schwarz-Weiß-Film dokumentiert sie das Leben am Rand der Strecke ...

... und zeigt die stillen Momente der Fans, wie sie in Klappstühlen sitzen, ihr Frühstück zubereiten, oder sich beim Scrabble die Wartezeit verkürzen.

Teil der Ausstellung und Beweis dafür, dass die Tour auch in die Popkultur Eingang erhalten hat, sind die großformatigen Animationen der Düsseldorfer Band Kraftwerk, die 2003 das Album "Tour de France" veröffentlichten.

Andreas Gurskys "Tour de France I von 2007" zeigt das Tour-Spektakel aus einem entfernten, erhöhten Standpunkt als ein komplexes Gesamtgebilde, das sich die Serpentinen einer Bergstraße hinaufschlängelt. Die Fahrer, die Fans und Medien sind winzige Protagonisten vor einer Ehrfurcht gebietenden Naturkulisse.

Aus der Perspektive der Fahrer hat der französische Fotograf Laurent Cipriani seine Serie "Along the Road" (2013-2015) aufgenommen.

Auf dem Rücksitz eines Motorrads fuhr Cipriani für "The Associated Press" die Rennstrecke entlang, nur einige Minuten vor den Fahrern, und hielt den Moment der Erwartung des bevorstehenden Rennens fest.

Die Serie "Peloton Legs" von Timm Kölln zeigt den Stolz und das Kapital der Fahrer - ihre Beine - die überlebensgroß wie Säulen den Raum zu tragen scheinen.

Die 1903 von der Sportzeitung "L'Auto" gegründete Tour war von Anfang an auch ein mediales Ereignis und eng mit dem Journalismus verbunden.

Die Fotografen der Tour waren auch die großen Namen der Agentur Magnum, zum Beispiel Robert Capa.

Die Aufnahmen sind Zeugnisse der Geschichte des Radsports sowie der Fotografie. Auf diesem Bild hat Guy Le Querrec einen Initiationsritus des Rad-Rennfahrers Thierry Marie festgehalten.

Andere Riten verewigte der Magnum-Fotograf John Vink: Die Tour-Teilnehmer haben oft wenig Zeit und Muße ihre Snacks oder ihren Körper für die Etappen vorzubereiten.

Die unabhängige Magnum-Agentur war traditionell sehr lange geprägt von Schwarz-Weiß-Fotografien. Einer der ersten Magnum-Fotografen, die auf Farbe spezialisiert waren, ist der Belgier Harry Gruyaert.

Auch Gruyaert hat von der Tour beeindruckende Fotos mitgebracht, von denen nun einige im Düsseldorfer NRW-Forum bis zum 30. Juli 2017 gezeigt werden.

Stand: 18.05.2017, 09:05 Uhr