Junge Kunst im Museum Folkwang

Junge Kunst im Museum Folkwang

In den kommenden Wochen setzt das Folkwang Museum in Essen den Fokus auf ausgewählte, junge Künstler. Den Auftakt machen Zeichnungen der spanischen Künstlerin Susanna Inglada. Ihr Markenzeichen: Männerbildnisse, die bei merkwürdigen Aktionen zum Teil die Wand verlassen und selbst Kulisse werden.

Eine Zeichnung von Susanna Inglada zeigt drei interagierende Männer.

Die spanische Künstlerin Susanna Inglada (*1983) widmet sich seit einigen Jahren ausschließlich der Zeichnung. Dabei leistet sie einen bemerkenswerten Beitrag zur Ausdehnung der Zeichnung in die dritte Dimension: Mit ihren figurativen Arbeiten, die in großem Format mit Tusche und Kohle auf Papier gebracht werden, verlässt sie die Wand, platziert die Zeichnungen aufrecht stehend wie eine Kulisse mitten im Raum, überbrückt Winkel und Raumecken, verbindet Wände und Böden.

(Susanna Inglada, Untitled, 2016 )

Die spanische Künstlerin Susanna Inglada (*1983) widmet sich seit einigen Jahren ausschließlich der Zeichnung. Dabei leistet sie einen bemerkenswerten Beitrag zur Ausdehnung der Zeichnung in die dritte Dimension: Mit ihren figurativen Arbeiten, die in großem Format mit Tusche und Kohle auf Papier gebracht werden, verlässt sie die Wand, platziert die Zeichnungen aufrecht stehend wie eine Kulisse mitten im Raum, überbrückt Winkel und Raumecken, verbindet Wände und Böden.

(Susanna Inglada, Untitled, 2016 )

Inglada studierte zunächst Theaterwissenschaften, bevor sie sich dem Studium der freien Kunst widmete. Doch nicht nur die bisweilen kulissenhafte Präsentation der Zeichnungen scheint eine Referenz auf das Theater zu sein, sondern auch die Konzentration auf Mimik und Gestik der Protagonisten. Gesichter und Hände werden besonders detailliert, mitunter auf Farbpapier dargestellt, während die Körper der Figuren schwarz-weiß und skizzenhaft bleiben. (Susanna Inglada, Vreemde Gewoontes , 2016)

Auf die Lesbarkeit der Szenen hat das beträchtlichen Einfluss: Beim Blick in die Gesichter wird deutlich, dass die alltäglichen Männerbildnisse, die in merkwürdige Aktionen verstrickt sind, ein höchst ambivalentes Verhältnis zueinander haben. Es wird viel gelacht und doch kann die Stimmung jederzeit kippen - von der Balgerei zur Gewaltausübung, von der Kumpanei zur Unterdrückung.

(Susanna Inglada, The Loser, 2015)

Es ist die Kunst Susanna Ingladas, die Dinge solcherart in der Schwebe zu halten: "Ich schaffe dunkle Szenen, Charaktere, Symbole, die zusammen eine Arbeit von Assoziationen bilden, die im Raum zersplittert sind. Gewalt und Grausamkeit sind Themen, die mich faszinieren."

(Susanna Inglada, Group of Men and Hands, 2016)

Geboren 1983 in Banyeres del Penedes, Spanien, studierte Susanna Inglada schließlich freie Kunst in Rotterdam, Groningen und Maastricht. Nach einer Residency in Los Angeles im Jahr 2016 absolviert sie seit Januar 2017 ein Postgraduierten-Studium in Gent am Hoger Instituut Voor Schone Kunsten (HISK). Die Ausstellung "Susanna Inglada - Ojos de Oro" läuft bis zum 06. August 2017 und ist Teil der neuen Reihe "6 1/2 Wochen" im Folkwang Museum. Darin zeigt das Haus ausgewählte junge Künstlerinnen und Künstler, die aktuell für Aufsehen sorgen.

(Susanna Inglada, Untitled, 2016)

Stand: 21.06.2017, 16:15 Uhr