Andreas Achenbach neu entdecken

Andreas Achenbach neu entdecken

Von Annabelle Steffes-Halmer

Andreas Achenbach war Revolutionär und Malerfürst zugleich. Seine Landschafts- und Seebilder haben ihn bekannt gemacht. Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast widmet ihm nun eine Ausstellung mit größtenteils unveröffentlichen Werken und Lebensdokumenten.

Andreas Achenbach, Küstenlandschaft, München 1837, Öl auf Leinwand

Andreas Achenbach (1815-1910) gilt als einer der bedeutendsten Protagonisten des Museums Kunstpalast, dessen Sammlung sich auf Werke der Düsseldorfer Malerschule konzentriert.

Andreas Achenbach (1815-1910) gilt als einer der bedeutendsten Protagonisten des Museums Kunstpalast, dessen Sammlung sich auf Werke der Düsseldorfer Malerschule konzentriert.

Bereits als 12-Jähriger wurde Achenbach 1827 in die Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen. Nur zwei Jahre später verkaufte er sein erstes Gemälde. Im Laufe seines Lebens malte der begnadete Künstler nahezu 1000 Bilder.

Achenbachs Werk umspannt eine ganze Epoche zwischen Spätromantik und Naturalismus. Der Maler hatte vor allem ein Faible für Landschaften und Marinebilder, anfangs beeinflusst durch Carl Friedrich Lessing und Jean Antoine Theodore Gudin. Aufgrund ihrer detailgetreuen Komposition zählen die Landschaftsbilder der 1840er Jahre zu seinen bedeutendsten Werken.

Sein Bruder Oswald Achenbach, ebenfalls ein bekannter Maler, konzentrierte sich auf die Darstellung italienischer Landschaften. Auch Andreas Achenbach bereiste von 1843 bis 1845 Italien, ein Aufenthalt, der seinen Stil entscheidend beeinflussen sollte: Fortan ließ er die strengen Regeln der klassizistischen und historisierenden Landschaftsmalerei hinter sich und fand zu einer naturgetreuen Darstellung, die die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhundert prägte sollte.

Die in Düsseldorf zusammengetragenen Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Skizzenbücher, Briefe und Dokumente stammen aus einer privaten Sammlung, die über viele Jahre von einem Achenbach-Kenner zusammengetragen wurde.

Achenbach galt als ein Mensch, der sich auch gerne fürstlich gab: seine Wohnung und sein Atelier waren im großbürgerlicher Stil, in seiner Freizeit umgab er sich gerne mit den Spitzen aus Politik, Gesellschaft und Kultur.

Dennoch pochte er zeitlebens auf seine Unabhängigkeit und seine freiheitliche Gesinnung. Während der 1848er Jahre etwa, wandte er sich mit Karikaturen gegen die preußische Obrigkeit.

Ziel der Ausstellung ist es daher auch, Achenbachs Werk unter neuen Vorzeichen zu betrachten und ihn als eine Künstlerpersönlichkeit zwischen den gegensätzlichen Polen neu zu bewerten. Die Ausstellung "Andreas Achenbach. Revolutionär und Malerfürst" läuft vom 6. Juli bis zum 1. Oktober 2017 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf.

Stand: 03.07.2017, 12:42 Uhr