The Promise - Die Erinnerung bleibt

Szene aus dem Film "The Promise - Die Erinnerung bleibt" - Christian Bale als Chris Myers und Charlotte Le Bon als Ana

WDR 2 Kino

The Promise - Die Erinnerung bleibt

Von Andrea Burtz

Ein Liebesdrama vor dem Hintergrund des Völkermordes an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges: Regisseur Terry George hat sich in "The Promise – Die Erinnerung bleibt" thematisch verhoben, meint WDR 2 Kinokritikerin Andrea Burtz.

Konstantinopel, zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Der Hauptstadt des Osmanischen Reichs glänzt vor Wohlstand und Dekadenz. Als der armenische Medizinstudent Mikael (Oscar Isaac) aus der Provinz anreist, ist er überwältigt von seiner neuen Heimat. Tagsüber hört er Vorlesungen, abends geht er mit seinem türkischen Freund Emre (Marwen Kenzari) aus. So lernt er den amerikanischen Journalisten Chris (Christian Bale) und dessen Freundin Ana (Charlotte LeBon) kennen.

Mikael ist in seinem Heimatdorf einer Frau versprochen, ihre Mitgift finanziert sein Studium. Doch das schlechte Gewissen hält ihn nicht davon ab, sich in die bildhübsche Ana zu verlieben, die die aus einem Nachbarort stammt. Die beiden beginnen ein leidenschaftliches Verhältnis.

Doch das süße Leben ist schnell vorbei. Für die armenische Bevölkerung spitzt sich die Lage immer weiter zu: Intellektuelle werden verhaftet, Armenier aus den Städten und Dörfern ihrer Heimat vertrieben. Die große Fluchtwelle mündet im Genozid. Reporter Chris will sich nicht damit zufrieden geben, das Unrecht zu fotografieren. Gemeinsam mit seiner Liebe Ana verhilft er Waisenkindern zur Flucht.

Der einflussreiche Emre kann seinen armenischen Freund Mikael ein paar Mal retten, doch dann wird auch Mikael zur Zwangsarbeit eingezogen. Er kann jedoch aus dem Lager fliehen und schafft es sogar in sein Heimatdorf zurück. Doch dort erwartet ihn Tod und Verwüstung: Er findet nur noch Leichen seiner Lieben im Fluss.

Hauptdarsteller Christian Bale ließ in Interviews wissen, dass das Publikum über die Liebesgeschichte einen Zugang zum historischen Ereignis, dem Völkermord an den Armeniern, bekommen soll. Er habe vor dem Dreh nichts darüber gewusst. Leider funktioniert diese Mischung nicht.

Regisseur Terry George ("Hotel Ruanda") hat sich in "The Promise – Die Erinnerung bleibt" thematisch verhoben. Ein sentimentales Liebesdreieck vor diesem menschenverachtenden, historischen Ereignis zu inszenieren, gelingt ihm nicht. Zu banal wirken die Liebeswirren vor der Kulisse des Völkermords, den George in seiner ganzen Brutalität inszeniert. Den drei Hauptdarstellern ist das nicht anzulasten. Sie spielen ihre Parts solide.

Drama, USA/Spanien 2016, Regie: Terry George, ab 12 Jahren

Kinostart: 17.08.2017

Stand: 17.08.2017, 00:00