Die Nile Hilton Affäre

Die Nile Hilton Affäre

Von Andrea Burtz

Kairo 2011. Es brodelt in der Stadt, die kurz vor der ägyptischen Revolution steht. Korruption und Vetternwirtschaft lässt die Reichen noch reicher werden, während die arme Bevölkerung in desolaten Verhältnissen lebt.

Hier lebt der stille Polizist Noredin (Fares Fares), der wie viele Kollegen seinen Lohn mit Schutz- Schmiergeldern aufstockt und damit seinen kranken Vater unterstützt. Sein Vorgesetzter ist gleichzeitig sein Onkel, der sich schamlos bereichert. Dagegen ist Noredin ein kleines Licht. Seinen Job nimmt er ernst. Die Ermittlungen um den Tod einer Sängerin im noblen Nile Hilton Hotel lassen ihn nicht los.

Das angebliche "Verbrechen aus Leidenschaft" entpuppt sich während seiner Recherchen als Mordfall, der bis in die führende Elite Ägyptens reicht. Der Polizeiapparat vertuscht den unappetitlichen Fall als Selbstmord und legt ihn zu den Akten. Doch damit will sich Noredin nicht abfinden, er geht der Sache nach und bringt sich in große Gefahr.

Der Plot klingt erstmal nicht neu. Doch der große Trumpf des Films ist sein politischer Hintergrund im Szenario des pulsierenden Kairo: seine Blicke hinter die Kulissen der Elite. Da geht es tief runter in Machenschaften von Regierung, Polizei, Staatssicherheit.

Einige Nebenfiguren sind holzschnittartig geraten, ein Glücksgriff ist Hauptdarsteller Fares Fares, der bereits aus Jussi Adler Olsen Verfilmungen als in sich gekehrter Polizist bekannt ist. In "Die Nile Hilton Affäre" spielt er erneut einen einsamen Wolf, der nicht viele Worte macht. Auch wenn seine Weste ist nicht strahlend weiß ist, hat er sich einen Moralkodex bewahrt. Eine Haltung, mit der er am Ende allein ist.  

Hauptdarsteller, Szenarien und Zeitkolorit machen die "Nile-Hilton-Affäre" zu einem packenden, atmosphärischen Thriller.

Thriller, Schweden/Deutschland/Dänemark, Regie: Tarik Saleh, ab 12 Jahren

Kinostart: 05.10.2017

Stand: 05.10.2017, 00:00