Ruhrtriennale Highlights 2017

Ruhrtriennale Highlights 2017

Von Regina Völz

Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Installationen und Konzerte - die Ruhrtriennale bespielt damit die ehemaligen Hallen der Kohle- und Stahlindustrie. Eine Vorschau auf die Highlights in diesem Jahr.

 Pact Zollverein

Pact Zollverein – Spielort für Tanz. Hier hat Johan Simons sein Programm für die Ruhrtriennale 2017 vorgestellt. Die ehemalige Waschkaue der Zeche Zollverein dient seit Mitte der 90er Jahre als Choreographisches Zentrum und steht unter der Leitung von Stefan Hilterhaus für innovative Tanzprojekte. Ein Hinweis, dass Tanz auch in diesem Jahr eine Rolle spielt bei der Ruhrtriennale.  

Pact Zollverein – Spielort für Tanz. Hier hat Johan Simons sein Programm für die Ruhrtriennale 2017 vorgestellt. Die ehemalige Waschkaue der Zeche Zollverein dient seit Mitte der 90er Jahre als Choreographisches Zentrum und steht unter der Leitung von Stefan Hilterhaus für innovative Tanzprojekte. Ein Hinweis, dass Tanz auch in diesem Jahr eine Rolle spielt bei der Ruhrtriennale.  

Johan Simons umschlingt das Ruhrgebiet. Mit einer Zeile aus Beethovens "Ode an die Freude" hat der niederländische Theatermann seine erste Intendanz 2015 überschrieben. Beenden will er sie mit drei weiteren Worten daraus: "Freude", "Schöner", "Götterfunken". Seine Frage: Schenken uns diese Begriffe in unserer bewegten Zeit noch Hoffnung?

"Cosmopolis“ – ein Tag in New York, ganz harmlos, ganz erschütternd. Simons stellt seine letzte Inszenierung in den Hallen der Schwerindustrie fast ans Ende der Ruhrtriennale. Er hat sich den gleichnamigen Roman von Don DeLillo vorgenommen - aus seiner Sicht einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Amerikas. Premiere ist am 22. September.

Dekonstruktion und Konstruktion - das Atelier van Lieshout gestaltet den Platz vor der Jahrhunderthalle in Bochum. Aufbau setzt Zerstörung voraus - so das Motto des niederländischen Künstlers Joep van Lieshout. Er gestaltete bereits in den beiden Vorjahren das verrückte Künstlerdorf mit der Bar Rectum, dem überdimensionalen Frauenkopf und dem Refektorium. Das wird wieder sechs Wochen lang kostenloses Programm bieten. Das Elektro-Pop-Festival Ritournelle bietet am 19. August rund um die Jahrhunderthalle auf vier Bühnen Tanz bis in den Morgen.

In der Jahrhunderthalle Bochum eröffnet die Ruhrtriennale am 18. August mit einer Neuinszenierung von "Palleas und Melisande“. Die Inszenierung des polnischen Theaterregisseurs  Krzystof Warlikowski (Foto) in der großen Industriehalle thematisiert den Eindruck von Fremdheit, Angst und Einsamkeit. Das Musiktheater erzählt die Geschichte eines jahrhundertealten Familienclans. Nach der Heirat des ältesten Sohnes mit einer jungen heimatlosen Frau besteht große Hoffnung auf Glück, aber es kehren alte Ängste und Kränkungen zurück. Sylvain Crambling dirigiert die Bochumer Symphoniker. Premiere ist am 18. August.

"Hunger“ ist der dritte Teil einer Familien-Trilogie. Luk Perceval beschäftigt sich mit einer Familiensaga: Emile Zolas "Les Rougon-Macquart“. Der belgische Theatermann hat das Werk in eine elfstündigen Theaterperfomance zusammengefasst. Nach „Liebe“ 2015 und "Geld“ 2016 jetzt also der dritte und letzte Teil und die drei Inszenierungen als Ganzes mit den Schauspielern des Thalia Theater Hamburg. Premiere ist am 15. September.

Auch im Tanz endet eine Trilogie. Richard Siegal zeigt das gesamte Werk – abendfüllend: "Model", "In Medias Res" und "El Dorado". Er vollendet damit seine Adaption von Dantes "Göttlicher Komödie“ und führt durch das Inferno über den Läuterungsberg bis ins Paradies. "El Dorado" ist eine Perfomance zwischen klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz. Premiere ist am 25. August.   

"Projecting Space“ heißt die Uraufführung in der Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg in Dinslaken. Nach "Accattone“ in der Kohlenmischhalle (2015)  und "Urban Prayers Ruhr“ in der Lutherkirche der Zechenkolonie Lohberg (2016) ist die Ruhrtriennale das dritte Mal in Folge in Dinslaken-Lohberg.

"Missa Solemnis“ mit den Bochumer Symphonikern setzt den krönenden Abschluss der Intendanz von Johan Simons. Nicht Beethovens Neunte Symphonie, der Simons sein Motto "Seid umschlugen“ entlehnt hatte, setzt den Schlussakkord, sondern der Aufruf zum Frieden "Dona nobis Pacem“. Eine musikalische Utopie einer Welt in Frieden und Freiheit beendet die dreijährige Intendanz am 30. September. Das ist programmatisch für die Spielzeit in diesem Jahr. Der Vorverkauf startet am 9. März 2017, mehr als 40.000 Karten gibt es.

Stand: 09.03.2017, 13:30 Uhr