Essener Grillo-Theater feiert 125-jähriges Bestehen

Front des Grillo-Theaters in Essen, 1998

Essener Grillo-Theater feiert 125-jähriges Bestehen

  • 125 Jahre Grillo-Theater.
  • Feierlichkeiten starteten am Freitag (15.09.2017).
  • Zahlreiche Uraufführungen geplant.

Das Grillo-Theater in Essen feiert sein 125-jähriges Bestehen mit Festen und zahlreichen Uraufführungen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen am Freitag (15.09.2017) mit einem Festakt. Ministerpräsident Armin Laschet, der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen und Ulrich Grillo, ein Nachfahre der Theaterstifter und selbst Unternehmer, sind dabei.

Am Samstag (16.09.2017) werden rund um das Theater vier Bühnen aufgebaut. Ballette, Philharmoniker, Oper und Freie Szene gratulieren. Geplant sind außerdem ein Familienfest und ein Geburtstagsdinner rund um das Theater.

Ältestes Theater im Ruhrgebiet

Die Jubiläumsspielzeit 2017/18 steht unter dem Motto "Wer zahlt die Zeche?". Das älteste Theater im Ruhrgebiet, das von dem Industriellen Friedrich Grillo gestiftet wurde, wurde im Jahr 1892 eingeweiht. Die Industriellenfamilie Grillo hatte damals den Theaterbau für die Essener Bürger errichten lassen.

Am 29. September steht Thomas Krupas Inszenierung von Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" auf dem Programm, die die Essener Bürger bei einer Aktion mit dem Titel "Wünsch dir was" selbst ausgewählt haben. Eigens zum Jubiläum beauftragt wurde "Jupp - Ein Maulwurf auf dem Weg nach oben" über die Theatertiere, die unter der Bühne des Grillo-Theaters leben. Das Stück für Schulklassen und Familien wird am 11. November uraufgeführt.

125 Jahre Grillo-Theater in Essen

Das Essener Grillo-Theater wurde vor 125 Jahren offiziell eröffnet. Das Gebäude am Theaterplatz wurde seitdem mehrfach umgebaut.

Das Essener Grillo-Theater, 1892

Das Essener Grillo-Theater zählt zu den ältesten Theatern im Ruhrgebiet. Am 16. September 1892 wurde das von dem bekannten Berliner Theaterarchitekten Heinrich Seeling im neobarocken Stil errichtete Haus mit Lessings "Minna von Barnhelm" eröffnet. (Foto von 1892)

Das Essener Grillo-Theater zählt zu den ältesten Theatern im Ruhrgebiet. Am 16. September 1892 wurde das von dem bekannten Berliner Theaterarchitekten Heinrich Seeling im neobarocken Stil errichtete Haus mit Lessings "Minna von Barnhelm" eröffnet. (Foto von 1892)

Seinen Namen verdankt es dem 1825 als Sohn einer Essener Kaufmannsfamilie geborenen Industriellen Friedrich Grillo. Grillo war einer der wichtigsten Unternehmer und Unternehmensgründer des 19. Jahrhunderts im Ruhrgebiet. Im Oktober 1887 versprach er, seiner Heimatstadt für den Bau eines Theaters mindestens eine halbe Million Mark spenden zu wollen.

Grillo verstarb vor einer offiziellen Schenkung, aber seine Witwe, Wilhelmine Grillo, löste das Versprechen ein. Sie stiftete das Grundstück am Theaterplatz und übernahm etwa zwei Drittel der Gesamtkosten von insgesamt 937.997 Mark. (Foto von 1892)

Wenige Jahre später erhielt das Theater einen Orchestergraben für Opernaufführungen und wurde mit der Bevölkerungsexplosion nach der Jahrhundertwende schon zu klein für die drei Sparten Oper, Tanz und Schauspiel, so dass das Sprechtheater in den zwanziger Jahren eine eigene Spielstätte in der Hindenburgstraße erhielt. (Foto von 1928)

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude - vor allem seine wilhelminische Schnörkelfassade - stark zerstört. (Foto von 1945)

Bis zum Wiederaufbau der Spielstätte sollten fünf Jahre vergehen. (Foto von 1945)

Nach dem Wiederaufbau wurde das Grillo 1950, nun mit streng sachlicher neoklassizistischer Front, mit einer Inszenierung von Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" wiedereröffnet. (Foto von 1950)

Mitte der 80er Jahre geriet das Grillo-Theater aus ganz anderen Gründen ins Blickfeld öffentlicher Auseinandersetzungen: Wegen Sicherheitsmängeln drohte dem sanierungsbedürftigen Haus die Schließung. Der damalige Schauspieldirektor Hansgünther Heyme konnte dies jedoch 1988 erfolgreich verhindern. (Foto von 1980)

Für die Umbauarbeiten konnte der Architekt Werner Ruhnau gewonnen werden, nach dessen Plänen bereits das Stadttheater Münster und das Musiktheater im Revier MiR in Gelsenkirchen entstanden waren. Ruhnau verringerte das Platzangebot von 670 auf 400 Plätze und schuf so ein variables Raumtheater, das im September 1990 mit Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" wiedereröffnet wurde. (Foto von 2013)

Heute ist der Schauspieler Christian Tombeil Intendant in Essen. Er freut sich über gute Auslastungszahlen und ist davon überzeugt, dass das Theater noch für die nächsten 125 Jahre eine Daseinsberechtigung hat.

Stand: 15.09.2017, 09:22