Max Ernst und die Liebe

Max Ernst und die Liebe

Fünf Frauen und eine Ménage à trois - der Künstler Max Ernst hatte ein bewegtes Leben. Der Roman "Max" stellt seine Liebesbeziehungen in den Mittelpunkt.

Max Ernst als Maler, um 1909

Max Ernst (*1891 in Brühl) war ein Ausnahmekünstler, rebellischer Freigeist - und ein attraktiver Mann. Seine sechs Frauen und die Ménage à trois mit einem befreundeten Ehepaar liefern die Rahmenhandlung für den biografischen Roman "Max" von Markus Orth. Orth beleuchtet auch die weiteren Lebenswege der ehemaligen Liebhaberinnen und Ex-Frauen in einem Jahrhundert, das von Kriegen, Flucht und Verfolgung durch die Nazis geprägt war.

Max Ernst (*1891 in Brühl) war ein Ausnahmekünstler, rebellischer Freigeist - und ein attraktiver Mann. Seine sechs Frauen und die Ménage à trois mit einem befreundeten Ehepaar liefern die Rahmenhandlung für den biografischen Roman "Max" von Markus Orth. Orth beleuchtet auch die weiteren Lebenswege der ehemaligen Liebhaberinnen und Ex-Frauen in einem Jahrhundert, das von Kriegen, Flucht und Verfolgung durch die Nazis geprägt war.

Seine erste Ehefrau Luise Jakob Straus lernt Max Ernst 1913 kennen. Die Tochter eines jüdischen Textilunternehmers versucht sich zunächst als Malerin, promoviert aber in Kunstgeschichte und arbeitet später erfolgreich als Journalistin und Publizistin. Das Paar heiratet 1918 und lebt zunächst in Köln. 1920 wird dort ihr gemeinsamer Sohn Jimmy geboren.

Anfang der 1920er-Jahre gründet sich die Gruppe der Surrealisten um André Breton - zu der auch Max Ernst und Paul und Gala Éluard gehören. 1922 beendet Max Ernst die Beziehung mit Luise, um eine Dreiecksbeziehung mit Paul (2. v.li.) und Gala Éluard (5.v.li.) einzugehen.

Während der Liebesaffäre mit Paul und Gala entsteht auch das Bild "Es lebe die Liebe - Pays charmant" (1923). Das Dreiecksverhältnis endet jedoch 1924 wegen Streitigkeiten und Eifersucht.

Nachdem Gala sich zunächst für Paul und gegen Max entscheidet, trennt sie sich schließlich doch von Paul. 1934 heiratet sie einen der heute bekanntesten Vertreter des Surrealismus: Salvador Dalí.

Paul und Max bleiben ein ganzes Leben lang befreundet. Paul leitet ein Büro für surrealistische Forschungen in Paris, in dem er die schillerndsten Persönlichkeiten empfängt, damit sie ihm von ihren Träumen und Ideen erzählen. Eine dieser Personen ist die 21-jährige Marie-Berthe Aurenche. Sie behauptet, eines Tages die Königin von Frankreich zu werden. Max Ernst trifft sie in Paris und heiratet sie 1927 nach einer kurzen Affäre. (Max Ernst: "Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen", 1926)

Die Ehe mit Marie-Berthe Aurenche ist nicht glücklich. Nach einer Abtreibung wird sie psychisch immer labiler. Max Ernst trennt sich von ihr. (Max Ernst: "Das Rendezvous der Freunde", 1922)

1937 lernt Max Ernst in London bei einer Ausstellung die exhaltierte junge Künstlerin Leonora Carrington (Foto: Porträt von Carrington im Jahr 1998) kennen. Unterdessen werden Max Ernsts Bilder in Deutschland von den Nazis als "Entartete Kunst" stigmatisiert. Im selben Jahr lässt er sich von Marie-Berthe scheiden und flüchtet mit Leonora nach Südfrankreich.

1940 wird Max Ernst in Frankreich verhaftet. Leonora bleibt allein zurück, versucht nach Amerika zu flüchten, wird aber wegen psychischer Probleme für vier Monate in eine Klinik nach Spanien gebracht. Dieses Erlebnis verarbeitet die spätere erfolgreiche Autorin und Dramatikerin in einem Buch.

Mit seiner dritten Frau Peggy Guggenheim flieht Max Ernst 1941 in die USA. Die wohlhabende Kunstsammlerin finanziert seine Flucht aus Frankreich und heiratet ihn nach ihrer Ankunft in New York. Die Ehe dauert allerdings nur ein Jahr.

Seine vierte Ehefrau, mit der er den Rest seines Lebens verbringen wird, trifft Max Ernst Ende 1942 in den USA: die Malerin Dorothea Tanning. 35 Jahre lebt das Paar zusammen in Arizona und ab 1958 in Frankreich. 1976 stirbt Max Ernst in Paris.

Stand: 28.09.2017, 10:03 Uhr