Buchtipp – Arturo Pérez-Reverte: "Der Preis, den man zahlt"

Buchtipp – Arturo Pérez-Reverte: "Der Preis, den man zahlt", Cover

Buchtipp – Arturo Pérez-Reverte: "Der Preis, den man zahlt"

Von Cathrin Brackmann

Ein Spionageroman wie ein Schwarz-Weiß-Film in den Wirren des spanischen Bürgerkriegs im Jahr 1936. Mit dem Auftaktroman um seinen Agenten Lorenzo Falcó ist dem ehemaligen Kriegsreporter und jetzigen Bestsellerautor Arturo Pérez-Reverte ein anspruchsvoller, spannender und erzählerisch komplexer Roman gelungen.

Buchtipp – Arturo Pérez-Reverte: "Der Preis, den man zahlt"

WDR 4 Bücher | 19.09.2017 | 02:22 Min.

Download

Nicht umsonst hat die italienische Zeitung "La Repubblica" diesen Vergleich angestellt: "Steven Spielberg + Umberto Eco = Arturo Pérez-Reverte", denn obwohl der erste Fall seines Agenten Lorenzo Falcó nur knapp 300 Seiten hat, kann man ihn nicht so einfach "weglesen".

Zu dicht ist die Atmosphäre des sich immer weiter zuspitzenden spanischen Bürgerkrieges – 1936 bis 1939 zwischen der zweiten spanischen Republik und den rechtsgerichteten Aufständischen um General Franco. Am Ende gewann Franco und es folgte eine Diktatur bis zu seinem Tod im Jahr 1975 in dem aus guten Freunden Todfeinde werden, zu viele Machtinteressen und Intrigen gibt es innerhalb jeder beteiligten Gruppe und aus dem Ausland: auf der Seite des später siegreichen Franco-Regimes die Deutschen und Italiener, auf der Seite der Republik und der Kommunisten, die Sowjetunion.

Und mittendrin agiert der Spion Lorenzo Falcó, ein gewissenloser Söldner und Casanova ohne große politische Ambitionen. Er ist Mitglied einer Sondereinheit, die vor Beginn des Bürgerkrieges noch der Republik unterstand, jetzt aber auf der Seite der Aufständischen um Franco agiert. Sein Job ist es, unliebsame Gegner diskret verschwinden zu lassen, undercover zu arbeiten und geheime Aufträge auszuführen. Dabei ist er einzig und allein sich selbst und seinem Vorgesetzten, "dem Admiral", Rechenschaft schuldig.

Doch dann bekommt Falcó einen Auftrag, der sein ganzes einsames und neutrales Weltbild ins Wanken bringt. Er soll einen wichtigen politischen Gefangenen aus einem Gefängnis im von der Republik beherrschten Süden Spaniens befreien. Aber Falcó kann dieses Mal nicht allein agieren. Er soll eine Truppe junger Idealisten und die undurchsichtige Aktivistin Eva Rengel befehligen, um die Mission durchzuführen.

Doch schnell wird klar, jeder hier spielt ein doppeltes Spiel und dennoch müssen sich die Beteiligten aufeinander verlassen können, denn es geht um Leben und Tod.

Der Roman basiert auf realen Ereignissen, was ihm noch eine ganz besondere Spannung verleiht. "Der Preis, den man zahlt" ist ein gelungener Einstieg in eine Serie um den Spion Lorenzo Falcó für alle, die Lust auf einen erzählerisch anspruchsvollen, historischen Spionageroman haben.

Der Preis, den man zahlt
Autor: Arturo Pérez-Reverte
Insel Verlag
295 Seiten
22 €