Burkhard Spinnen: Der Antiquariatsjäger

Burkhard Spinnen: Der Antiquariatsjäger

Von Christian Möller

Leichte Lektüre gehört bei Burkhard Spinnen zwar nicht ins Hauptbücherregal. Aber wegwerfen? Das käme für den Münsteraner nicht infrage."Wenn ich ein Buch zerstöre, zerstöre ich damit das Angebot an jemanden, zu lesen." Wir stellen Bücherregale prominenter Leser vor.

Als Burkhard Spinnen noch als Literaturwissenschaftler an der Uni Münster arbeitete, sammelte er vor allem Bücher des Wiener Literaten Peter Altenberg. "Früher tauchte dann so alle ein, zwei Wochen ein Buch von Altenberg in einem Antiquariatskatalog auf. Ich hab so etwa hundert Originalausgaben und so weiter. Dafür hab ich viele Jahre gebraucht", so der Schriftsteller. Heutzutage könne man dagegen alle Werke an einem Nachmittag aus dem Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher online kaufen.

Bücher bewahren

Der digitale Wandel und sein Einfluss auf die Buchkultur sind etwas, das Spinnen beschäftigt: "Meine Söhne werden vielleicht, wenn sie 60 sind, nicht viel weniger gelesen haben als ich. Und trotzdem besitzen sie nur ein paar digitale Wiedergabegeräte." Anders sieht es in Spinnens Bücherregal aus, hier ist man komplett von Buchrücken umgeben. Besonders viel liegt ihm an Büchern, die ihm Schriftstellerkollegen schenkten.

Die eher "leichtere" Lektüre hat Spinnen unters Dach, in sein "Bücherbaumhaus" ausgelagert. Werke wegschmeißen? Das kommt für ihn nicht in Frage: "Wenn ich ein Buch zerstöre, zerstöre ich damit das Angebot an jemanden, zu lesen. Es ist dann einfach eins weniger da. Und das ist der falsche Weg."

"Me, my shelf and I", Teil 3: Burkhard Spinnen, Schriftsteller

WDR 5 Scala - Bücher | 11.01.2017 | 05:15 Min.

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Stand: 09.01.2017, 12:45

Me, my shelf and I - Der Blick ins prominente Bücherregal