Skulptur Projekte Münster enden erfolgreich

Viele Menschen stehen an einem Brunnen mit mehreren Figuren

Skulptur Projekte Münster enden erfolgreich

Von Marco Poltronieri

  • Besucheransturm auf Kunstschau.
  • Organisatoren sind zufrieden.
  • Ausstellung am Sonntag beendet.

113 Tage lang war Münster neben Kassel und Venedig der Kunst-Nabel der Welt. Die fünfte Ausgabe der Ausstellung im öffentlichen Raum zog viele Besucher an. Am Sonntag sind die Skulptur Projekte 2017 zu Ende gegangen.

Die Besucher, auffallend viele aus Asien und Amerika, strömten nach Münster. Immerhin 650.000, etwa 75.000 mehr als vor zehn Jahren, kamen nach Schätzung der Organisatoren.

Wobei solche Zahlen für Britta Peters vom Kuratorenteam nicht so wichtig sind: "Wichtig ist, wie es angenommen wird. Von der Fachpresse, von den Besuchern. Und da kann ich mit den Ergebnissen gut leben. Ich bin wirklich extrem happy. Die Kritiken waren gut, gerade von den Kunstfachzeitungen, die eigentlich immer meckern. Das heißt schon was."

Kopfschütteln und Neugier

Skulptur Projekte Münster; Installation "After A Life"von Pierre Huyghe

Die zum Kunstwerk umfunktionierte frühere Eissporthalle

Und es gab ja auch viel zu sehen. Natürlich konnte man sich nicht bei jedem der 35 Kunstwerke gleich auf dessen Qualität einigen, vieles hinterließ auch Kopfschütteln oder Rätselraten. Oder weckte die Neugier: Was es wohl mit dem seltsamen Biotop des Künstlers Pierre Hyghe in der ehemaligen Eissporthalle auf sich hatte, interessierte viele Besucher. Für seine Arbeit gab es viel Lob, auch für Thomas Schüttes "Nuclear Temple".

Skulptur Projekte Münster

Kunst, bei der man über das Wasser geht

Viele Besucher lobten außerdem das Ambiente der Stadt. Dass der Steg der Künstlerin Ayse Erkmen im Hafen der Stadt auf der Beliebtheitsskala weit vorn lag, verwundert nicht. Dass mehr als 250 Besucher beim Betreten des Stegs ins Wasser fielen, auch nicht. "Viele standen für ein Selfie an der Randkante. Und gab's den berüchtigten Schritt zuviel, fiel das Smartphone samt Nutzer eben ins Wasser", sagt eine Aufsicht.

Kaum negative Schlagzeilen

Sieht man von den Beschädigungen an der Brunnen-Skulptur der amerikanischen Künstlerin Nicole Eisenman ab, die gleich drei Mal Opfer von Vandalismus wurde, gab es kaum negative Schlagzeilen. Gut, die Orientierungskarten und das Begleit-Material hätte etwas verständlicher sein können.

Mehr Eigenständigkeit gefordert

Kaspar König - Mann mit Brille

Kaspar König fürchtet den Event-Charakter

Aber was den künstlerischen Leiter, Kasper König, paradoxerweise viel mehr wurmt, ist das viele Schulterklopfen. "Die Skulptur Projekte müssen sich vor dem reinen Event-Charakter hüten. Die dürfen sich vom Marketing-Drumherum nicht vereinnahmen lassen", sagt der 73-Jährige. Gerne würde er auch die Skulptur Projekte zum Beispiel von der documenta  entkoppeln, beide finden zeitgleich statt. Denn der ständige Vergleich - hier in Münster gute Kunst, dort in Kassel der künstlerische Verriss - zerrte gewaltig an seinen Nerven.

Aber jetzt geht es erst einmal darum, was am Ende bleibt. Dass zwei oder drei Kunstwerke in der Stadt bleiben, gilt als ausgemacht. Nur welche das sein werden, wird der Rat der Stadt wohl erst im Oktober entscheiden.

Stand: 29.09.2017, 11:46