Adolf Erbslöh - Maler und Förderer der Avantgarde

Adolf Erbslöh - Maler und Förderer der Avantgarde

Er malte die Schwebebahn und den elterlichen Garten in Barmen: Der Wuppertaler Adolf Erbslöh zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Klassischen Moderne und war Freund und Förderer der revolutionären Künstlerschaft. Zum 70. Todestag widmet ihm das Von der Heydt-Museum eine umfassende Ausstellung.

Adolf Erbslöh, Selbstbildnis, 1928, Öl auf Leinwand 66 x 59 cm Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Von der Heydt-Museum Wuppertal

Adolf Erbslöh, 1881 in New York geboren, wuchs in Wuppertal-Barmen auf und interessierte sich bereits früh für die Kunst. Schon als Schüler zeichnete er mit Hingabe Bilder. Später studierte Erbslöh, hier zu sehen in einem seiner Selbstbildnisse, Malerei in Karlsruhe und München.

Adolf Erbslöh, 1881 in New York geboren, wuchs in Wuppertal-Barmen auf und interessierte sich bereits früh für die Kunst. Schon als Schüler zeichnete er mit Hingabe Bilder. Später studierte Erbslöh, hier zu sehen in einem seiner Selbstbildnisse, Malerei in Karlsruhe und München.

Sein Werk umfasst klar strukturierte Porträts, Stillleben und Landschaften wie den elterlichen Garten in leuchtenden Farben. Adolf Erbslöh ließ sich bei seiner Arbeit von der expressionistischen Farbgebung der französischen und russischen Maler inspirieren.

Während seiner Zeit in München schloss er sich dem Kreis russischer Künstler um Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Wladimir Bechtejeff an. Gemeinsam gründeten sie 1909 mit Gabriele Münter und weiteren Künstlern die Neue Künstlervereinigung München (N.K.V.M.), aus der später der "Blaue Reiter" hervorging.

In seiner leuchtenden Farbkraft und abstrahierenden Komposition stand Adolf Erbslöh mit seinen expressionistischen Freunden auf einer Höhe, wie die Ausstellung "Adolf Erbslöh - der Avantgardemacher" in seiner Heimatstadt Wuppertal zeigt. Vom 11. April bis zum 20. August 2017 werden 55 Ölbilder und 45 Arbeiten auf Papier von Erbslöh 60 Werken von Jawlensky, Kandinsky, Gabriele Münter oder André Derain gegenübergestellt.

Adolf Erbslöh war aber nicht nur Maler, sondern auch Förderer und Sammler: Immer wieder kaufte er Werke von seinen Künstlerkollegen an – vor allem, wenn diese kritisiert wurden. Der Kaufmannssohn aus wohlhabendem Hause verhalf damit der revolutionären Künstlerszene in München vor dem Ersten Weltkrieg zu Ausstellungen und Ansehen.

Eines seiner bekanntesten Bilder ist "Das Mädchen mit dem roten Rock", das er 1910 im Alter von 28 Jahre malte. "Mancher tote Meister würde vor Erbslöhs mächtigem Frauenakt erschauern", äußerte sich Franz Marc - selbst ein großer Maler und ein Freund des Künstlers - über Erbslöhs kraftvollen Akt.

Elterlicher Garten, Landschaften und die Schwebebahn: Immer wieder spielte auch seine bergische Heimat eine Rolle in seiner künstlerischen Entwicklung, die er selbst als einen Weg vom Expressionismus über den strengen Bildaufbau des Kubismus hin zu einem neuen Naturgefühl beschrieb.

Eine Zäsur markierte der Erste Weltkrieg für den Künstler: Wie viele seiner Kollegen zog auch Adolf Erbslöh 1914 mit Begeisterung in den Krieg - doch seine idealisierte Sicht verblasste zunehmend mit den Kriegsjahren. An der französischen Front bei Verdun entstanden Zeichnungen von zerschossenen Landschaften, zerstörten Kirchen und von Ruinen, die ihm später als Vorarbeiten für seine Gemälde dienten.

Nach dem Krieg kehrte Adolf Erbslöh nach München zurück. Er reiste viel, widmete sich seiner Leidenschaft dem Fliegen und malte in den 1920er-Jahren vor allem landschaftliche Szenen. Am 2. Mai 1947 starb Adolf Erbslöh, der heute zu den bedeutendsten Vertretern der Klassischen Moderne zählt, in Irschenhausen bei München.

Stand: 07.04.2017, 15:06 Uhr