CDU holt Essen, SPD siegt in Wuppertal

Stichwahlen in 49 Kommunen

CDU holt Essen, SPD siegt in Wuppertal

  • Bürgermeister-Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen
  • Machtwechsel in den Rathäusern von Essen und Wuppertal
  • SPD hält Bochum, CDU-Verluste im Bergischen Land

Die CDU hat das Rathaus in der Ruhrgebiets-Großstadt Essen von der SPD zurückerobert. Bei den Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag (27.09.2015) mussten die Christdemokraten aber auch einige bittere Niederlagen einstecken. In Wuppertal, Solingen und Krefeld regieren künftig SPD-Oberbürgermeister. In Essen siegte CDU-Herausforderer Thomas Kufen klar mit 62,6 Prozent gegen den seit 2009 amtierenden OB Reinhard Paß (SPD), der nur auf 37,4 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung bei den insgesamt 49 Stichwahlen war ausgesprochen gering, vielerorts gaben nur rund ein Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

CDU feiert Erfolg in Essen

"Die Bürgerinnen und Bürger wollen, dass sich etwas ändert in der Stadt" , sagte der neue Essener OB Kufen im WDR-Fernsehen. CDU-Landeschef Armin Laschet äußerte sich auf Twitter zufrieden über den Wahlerfolg in der Ruhrgebiets-Stadt. Durch den Machtwechsel in Essen stellen die Christdemokraten wieder einen Oberbürgermeister in einer deutschen Großstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern.

SPD siegt in Wuppertal und Solingen

Mann lacht mit zwei anderen Männern zusammen

Der Wuppertaler SPD-Kandidat Andreas Mucke (Bildmitte) gewann die Wahl

Im Gegenzug verloren die Christdemokraten OB-Posten im Bergischen Land an die SPD: Der bisherige Wuppertaler CDU-Oberbürgermeister Peter Jung (40,3 Prozent) verlor deutlich gegen den SPD-Bewerber Andreas Mucke, der mit 59,7 Prozent siegte. In Solingen setzte sich der rot-grüne Kandidat Tim-Oliver Kurzbach von der SPD durch. Auch im Krefelder Rathaus wechselt die politische Farbe: SPD-Mann Frank Meyer wurde mit 63,9 Prozent zum neuen OB gewählt. Im traditionell roten Bochum gewann der Sozialdemokrat Thomas Eiskirch mit 53,1 Prozent gegen CDU-Kandidat Klaus Franz (46,9 Prozent).

Lipper Landrat abgewählt

Im Kreis Euskirchen machte Landrat Günter Rosenke (parteilos) mit 59,7 Prozent das Rennen gegen seinen Herausforderer von der CDU, Manfred Poth. Die Wählerbeteiligung lag bei nur 29,2 Prozent. Nach 16 Jahren ist im Kreis Lippe Landrat Friedel Heuwinkel (CDU) abgewählt worden. Sein Herausforderer von der SPD, Axel Lehmann, siegte mit 53 Prozent. In Eitorf feierte FDP-Mann Rüdiger Storch den Sieg bei der Bürgermeister-Wahl.

In Gütersloh besetzt nach 21 Jahren wieder ein CDU-Mann den Bürgermeisterstuhl. Henning Schulz löst dort Maria Unger von der SPD ab, die eine der dienstältesten Bürgermeisterinnen in NRW war und sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. In Witten triumphierte die von der eigenen Partei fallen gelassene SPD-Amtsinhaberin Sonja Leidemann mit 63 Prozent gegen ihren sozialdemokratischen Herausforderer Frank Schweppe (36 Prozent).

Stadt-Land-Gefälle bei Wahlbeteiligung

Mann im Anzug wirft seinen Wahlzettel in einem Grundschulklassenraum in die Wahlurne

Wuppertals (Noch)-OB Peter Jung (CDU) bei der Stimmabgabe

Die Wahlbeteiligung lag vielerorts unter 40 Prozent. Vor allem in den Großstädten nahmen viele Bürger ihr aktives Wahlrecht nicht wahr: In Essen gingen nur 27,7 Prozent wählen. In Bochum (32,9), Solingen (33,3) und Wuppertal (33,5) waren es kaum mehr. In Krefeld gaben immerhin 36,7 Prozent ihre Stimme ab. Anders auf dem Land: In Laer gingen 64,5 Prozent an die Urnen, in Billerbeck 62,9. Im ersten Wahldurchgang hatten im Landesdurchschnitt nur 40,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben - so wenige wie bei keiner Kommunalwahl zuvor. In Köln wird nach einer Stimmzettel-Panne erst am 18. Oktober ein neues Stadtoberhaupt gewählt. 2020 soll es wieder einen einheitlichen Kommunalwahltermin in ganz NRW geben.

Stand: 27.09.2015, 21:35

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