Rosenmontagszug im März: Kölner mit "allemann" nach Düsseldorf?

Narren feiern in Köln beim Rosenmontagszug

Rosenmontagszug im März: Kölner mit "allemann" nach Düsseldorf?

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Nicht doch! Wenn irgendwo Karneval ist, sind die Kölner Jecken am liebsten dabei. Sogar in der verbotenen Stadt. "Mir kumme mit allemann vorbei" lautet das Motto der Initiative.

Das Kölner Karnevals-Motto der just vergangenen Session bekommt in der Fastenzeit eine ganz neue Aktualität. "Mir stelle alles op der Kopp" hieß es bis Aschermittwoch, und nun scheint die Welt zwar nicht stillzustehen, aber zahlreiche Kölner Jecken wollen sich auf den Weg in die nun gar nicht mehr verbotene Stadt machen. Denn in Düsseldorf findet der an Karneval abgesagte Rosenmontagszug am 13. März, einem Sonntag, statt.

Großes Interesse bei Facebook

Ob sie wirklich mit allemann vorbei kommen, ist noch nicht klar, aber für die Facebook-Gruppe "Mir kumme mit allemann vorbei", initiiert von "Karneval Köln", haben schon mehr als 12.000 Menschen ihr Interesse gezeigt, mehr als 3.000 Personen haben "Zusagen" geklickt. Ihr Vorschlag zum entern des Düsseldorfer Narren-Kahns: rot-weiße Kostüme oder die Uniformen der entsprechenden Gesellschaften tragen, "damit wir Kölner auch gut zu erkennen sind", heißt es auf der Seite.

Kölner wollen Düsseldorfer Narrenschiff entern

Doch es sind längst nicht nur Festpiraten, die das Narrenschiff in der Landeshauptstadt entern wollen. Die Karnevalsgesellschaft Uhu aus Köln-Dellbrück beispielsweise überlegt ebenfalls. "Wir wollen heute Abend auf der Vorstandssitzung darüber beraten", erzählt Geschäftsführer Frank Udelhoven am Montagmorgen (15.02.2016). Die Idee dazu sei den Karnevalisten beim Fischessen am vergangenen Samstag gekommen. "Ich war schon 1990 beim Zug in Düsseldorf, der fand damals im Mai statt, weil an Rosenmontag wegen Sturm abgesagt wurde", erinnert sich Udelhoven. "Da herrschte Sonnenschein, und es war gefühlt 30 Grad", das wolle man als Karnevalsgesellschaft eigentlich nicht haben, diesen Karneval im Sommer. Aber es ist immerhin eine Möglichkeit, noch einen Tag zu singen, zu schunkeln und zu feiern. Und das noch in der Fastenzeit.

Freude über Besuch aus der Domstadt

Die Düsseldorfer Jecken freuen sich auf Unterstützung aus Köln. "Das ist super, wir freuen uns. Und die Kölner können dann endlich mal einen guten Zug sehen", witzelt Hans-Jürgen Tüllmann, Geschäftsführer des Comitee Düsseldorfer Carneval. Angst vor zu vielen Jecken aus der Domstadt habe er nicht. "Es kommen ja nicht Tausende auf einmal, sondern eher kleinere Gruppen." Dem angeblichen Zoff um eine zusätzliche Tribüne für die Kölner Gäste am Düsseldorfer Rathaus nimmt Tüllmann den Wind aus den Segeln. "Bei mir gab es keine Anfrage. Und das ließe sich in der Kürze der Zeit auch gar nicht realisieren, wir müssten ja das ganze Sicherheitskonzept überarbeiten."

So finden User auf Facebook die Idee:

"In der Fastenzeit? Finde ich nicht ok." (Anabel So)

"Wir könnten dann alle als Gewitter-Wolke gehen. Wie wäre das denn?" (Claudia Lubos)

"Wie lautet deren Motto? 'Düsseldorf - Scharf wie Mostert'? Ich denke, 'Düsseldorf - Schal wie Altbier' passt besser, oder?" (Mike Paunovich)

"728 Jahre nach Worringen wollen Kölner und Düsseldorfer wieder Seite an Seite etwas Großes bewegen???? WAHNSINN!" (Thorsten Raters)

"Bereits 1990 wurde der Düsseldorfer Rosenmontagszug wegen Sturm abgesagt und wurde dann mit 82 Tagen Verspätung am 19.05.1990 nachgeholt. Es waren da schon mehr Kölner dabei als Düsseldorfer. Das Gleiche könnte sich wiederholen, da der Ersatztermin schön auf ein Wochenende fällt. Also lasst uns Düsseldorf auf den Kopf stellen." (Hans Dieter Ruesgen)

Was die Vekleidung angeht, ist es gar nicht so einfach, in vollem Ornat einer Karnevalsgesellschaft zu erscheinen, wie Frank Udelhoven hinzufügt. "Dafür braucht man die Freigabe des Festkomitees Kölner Karneval, wenn man irgendwo in Uniform auftreten will." Ob es diese Erlaubnis geben wird, hat das Festkomitee Kölner Karneval noch nicht entschieden. "Damit haben wir uns noch überhaupt nicht beschäftigt", sagt Sprecherin Sigrid Krebs. Nach einer "anstrengenden Session" müsse man sich erstmal ausruhen.

Noch eine Chance zu feiern

Generell ist Uhu-Geschäftsführer Udelhoven nicht abgeneigt, im März in Düsseldorf zu feiern, schließlich sei dies eine "Chance, die sich selten auftut". Ob mit allemann oder nicht, es ist jenug für alle da, und es gibt, da ist sich Udelhoven sicher, bestimmt viele Privatleute, die "verrückt genug" sind, um sich auf den Weg nach Düsseldorf zu machen. Glücklicherweise ist die verbotene Stadt ja nicht so weit weg.

Stand: 15.02.2016, 09:55