Promis gegen Hetze und Gewalt

Der Schriftzug "Liebe deine Stadt"

Kölner Botschaft nach Silvesternacht

Promis gegen Hetze und Gewalt

  • Rund ein Dutzend Prominente aus Köln und NRW haben am Donnerstag (21.01.2016) eine "Kölner Botschaft" veröffentlicht
  • Sie sprechen sich gegen sexuelle Gewalt, bandenmäßige Kriminalität und fremdenfeindliche Hetze aus
  • Konsequenzen aus "behördlichem Versagen" gefordert

Die "Kölner Botschaft" wurde von Prominenten aus Köln, Bonn und Düsseldorf unterzeichnet und verurteilt sexuelle Gewalt, bandenmäßige Kriminalität und fremdenfeindliche Hetze. Gleichzeitig fordert sie Konsequenzen aus "behördlichem Versagen".

"Wir lieben die Vielfalt unserer Stadt, die Lebenslust, das immer etwas Chaotische, nicht ganz so Reglementierte, niemals Stubenreine" - die "Kölner Botschaft" beginnt mit einer Liebeserklärung an die Stadt. Zwar sei Köln seit dem Zweiten Weltkrieg "keine Schönheit" mehr, aber diese "Unvollkommenheit der Stadt" vertiefe die Liebe noch. Unterzeichnet haben die "Kölner Botschaft" gut ein Dutzend Prominente, darunter Musiker Wolfgang Niedecken, Werner Spinner, der Präsident des 1. FC Köln, Schauspielerin Mariele Millowitsch und der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki.

Initiiert wurde die "Kölner Botschaft" von den fünf Lokalzeitungen Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Bonner Generalanzeiger, Rheinische Post und Kölner Express.

Unterzeichner erwarten Widerspruch

Auslöser für die Botschaft seien die Ereignisse der Silvesternacht gewesen, die die Unterzeichner "aufgewühlt, beunruhigt, verunsichert" hätten. Sie stellen vier Forderungen auf, die "bei manchen wahrscheinlich Widerspruch provozieren – aber das ist auch gut, solange es ein konstruktiver, im Ton nicht verletzender Widerspruch ist".

Vier Forderungen

Kölner Rundschau

Die Titelseite des Kölner Stadt-Anzeigers mit einem Teil der Unterzeichner

Die Unterzeichner fordern "keinerlei Toleranz von sexueller Gewalt", "Kampf gegen bandenmäßige Kriminalität" und "Schluss mit fremdenfeindlicher Hetze". Gleichzeitig fordern sie "Kosequenzen aus dem behördlichen Versagen". Die Einsatzleitung der Polizei habe an Silvester die Lage "grotesk falsch" eingeschätzt. Innerhalb weniger Jahre hätten die Sicherheitsbehörden mehrfach "auf fatale Weise" versagt: Bei den NSU-Anschlägen, bei den Hogesa-Ausschreitungen und nun in der Silvesternacht. Die Unterzeichner der Botschaft schließen daraus, dass es in den Sicherheitsbehörden "strukturelle Probleme" gebe, die dringend behoben werden müssten.

Stand: 22.01.2016, 18:27