Mit Pfefferspray gegen die Angst

Jemand hält eine Spühdose mit Pfefferspray in der Hand

Unsicherheit nach den Kölner Übergriffen

Mit Pfefferspray gegen die Angst

  • Nachfrage nach Pfefferspray und Co. stark gestiegen
  • Erster Anstieg nach den Pariser Anschlägen
  • Reizgas und Blendlampen als Alternativen zu Pfefferspray

"Die Fachgeschäfte bemerken seit Silvester noch einmal einen massiven Anstieg der Nachfrage", sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB), Ingo Meinhard, am Freitag (08.01.2016). Bereits nach den Anschlägen in Paris im November seien viele besorgte Menschen gekommen, um sich über solche "freien Abwehrmittel" zu informieren und diese zu kaufen. "Sie kommen nun mit den Bildern von Silvester und fragen: 'Was kann ich tun, um mich selbst zu schützen?'"

Meinhard schätzt, dass sich 2015 der Umsatz mit Pfefferspray, Reizgas oder Schreckschusswaffen im Vergleich zum Vorjahr "mindestens verdoppelt" habe. In einem Kölner Kaufhaus für Outdoor-Ausrüstung war das Spray zeitweise sogar ausverkauft.

Pfefferspray darf nicht gegen Menschen eingesetzt werden

In einigen Geschäften für Schieß- und Jagdbedarf in Köln sieht das Bild ähnlich aus. Es gebe ein "subjektives Bedrohungsgefühl", mit dem die Menschen in die Geschäfte kämen, sagte Verbandsgeschäftsführer Meinhard weiter. Wichtig sei, sich vor dem Kauf zu informieren, gerade auch über die Rechtslage. Pfefferspray zum Beispiel dürfe nur zur Abwehr aggressiver Tiere eingesetzt werden. Wer sich bedroht fühle, könne sich CS-Gas in die Tasche stecken, ein extrem lautes Alarm-Gerät oder eine spezielle Blend-Lampe. In der Silvesternacht hatten sich am Kölner Hauptbahnhof nach Angaben der Polizei aus einer Menge von rund 1.000 Männern heraus Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen.

Stand: 08.01.2016, 17:03