Kleve streicht das Kleingeld

Handel will 1-Cent-Münzen verbannen

Kleve streicht das Kleingeld

Ab heute ziehen die Einzelhändler aus Kleve das Kleingeld aus dem Verkehr. Die 1- und 2-Cent-Münzen sollen verschwinden. Kleve ist die erste NRW-Stadt, die das "Rundungs-Modell" vorzieht. Der Grund: Die Rot-Geld-Münzen sind zu teuer.

Der ungewöhnliche Schritt hat einen einfachen Hintergrund: Das Kleingeld ist zu teuer. Dann nämlich, wenn Händler ihre Kleingeldrollen bei den Bankinstituten abgeben. Die Banken verlangen nach einer neuen EU-Verordnung dafür eine Servicegebühr. Nicht nur bei der Einzahlung werden Gebühren erhoben, sondern auch, wenn sich Händler die Wechselgeldrollen bei der Bank besorgen: Pro Münzrolle werden dann von 30 bis 50 Cent fällig.

Sieben Dinge, die bargeldlos besser sind

"Bargeld wird in den nächsten zehn Jahren verschwinden!" Das sagt Deutsche-Bank-Chef John Cryan voraus. Kleve ist schon jetzt die erste Stadt deutschlandweit, in der Händler auf 1- und 2-Cent-Münzen verzichten wollen.

Unterschiedliche Eurogelscheine liegen durcheinander

1. Keine falschen Fünfziger mehr
Eine wahre Falschgeldschwemme gab es im vergangenen Jahr. 2015 wurden so viele Euro-Blüten entdeckt wie noch nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung 2002. Insgesamt brachten Betrüger rund 95.500 gefälschte Scheine in Umlauf - ein Zuwachs von 51 Prozent, wie die Bundesbank heute (22.01.2016) mitteilte. "Der Anstieg der Falschgeldzahlen ist bedenklich, aber geeignete Maßnahmen sind bereits getroffen worden", erklärte dazu Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Besonders beliebt unter Fälschern waren 20-Euro- und 50-Euro-Scheine. Auf diese Banknoten entfielen annähernd 90 Prozent aller Blüten.

1. Keine falschen Fünfziger mehr
Eine wahre Falschgeldschwemme gab es im vergangenen Jahr. 2015 wurden so viele Euro-Blüten entdeckt wie noch nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung 2002. Insgesamt brachten Betrüger rund 95.500 gefälschte Scheine in Umlauf - ein Zuwachs von 51 Prozent, wie die Bundesbank heute (22.01.2016) mitteilte. "Der Anstieg der Falschgeldzahlen ist bedenklich, aber geeignete Maßnahmen sind bereits getroffen worden", erklärte dazu Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Besonders beliebt unter Fälschern waren 20-Euro- und 50-Euro-Scheine. Auf diese Banknoten entfielen annähernd 90 Prozent aller Blüten.

2. Glücklicher ohne Kleingeld
Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden sind die 1- und 2-Cent-Münzen bereits abgeschafft. Bei Einkäufen wird gerundet, das Portemonnaie ist leichter. Genauso läuft's in Belgien oder Finnland. Und Tatsache: Alle drei Länder liegen im europaweiten Glücksatlas 2015, der die Lebenszufriedenheit misst, vor Deutschland. Da helfen auch tonnenweise Glückscents in deutschen Geldbörsen und Spardosen nix. Erste Stadt deutschlandweit, die jetzt testete wie es in Geschäften ohne das kleine Kupfergeld funktioniert, ist Kleve, nah an der niederländischen Grenze.

3. Ein Paradies für Banker
Eine Welt ohne Bargeld: Davon träumt Deutsche-Bank-Chef John Cryan. Bargeld helfe nur noch Geldwäschern und anderen Kriminellen, ihre Geschäfte zu verschleiern, sagte er in dieser Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos - und überraschte mit einer gewagten These: Bargeld werde in den kommenden zehn Jahren verschwinden. Denn: "Cash ist fürchterlich teuer und ineffizient." Okay, Milliardensummen jonglieren, das geht mit Bargeld nicht so locker.

4. Weniger Dreck an unseren Händen
New Yorker Forscher des "Dirty Money Project" untersuchten weltweit Geldscheine, um die darauf vorhandenen DNA-Spuren zu verfolgen. Eine Erkenntnis: Auf jedem Schein fanden sich etwa 3.000 unterschiedlichen Bakterien-Typen. Hunderte Bakterien werden übertragen, wenn ein Schein den Besitzer wechselt. Mit dem Alter der Geldscheine nimmt die Keimbelastung übrigens zu, weil die Baumwollfasern immer rauer werden. Deshalb werden sie in der EU innerhalb weniger Jahre aus dem Verkehr gezogen. Der dreckigste Schein der Welt ist einem internationalen Vergleich im Jahr 2010 zufolge der chinesische Yuan.

5. Mehr Abenteuer mit digitaler Währung
Vielleicht hat es ja auch ein wenig mit den schmutzigen Scheinen zu tun, dass China jetzt angekündigt hat eine eigene Digitalwährung einzuführen. Aktuell ist dort die internationale Cyber-Währung Bitcoin ein beliebtes Spekulationsobjekt für zockende Kleinanleger. Viele Chinesen nutzten das Cybergeld ohne staatliche Regulierung und andere Umwege, um sich an dem aus Russland stammenden Pyramidenspiel MMM zu beteiligen. Solche dubiosen Anwendungen sorgen dafür, dass Kritiker das Cybergeld als reine Zocker-Angelegenheit sehen. Wer ein wenig Nervenkitzel sucht, ist hier also richtig. Auch wenn das Bundesfinanzministerium die Bitcoins schon als privates Zahlungsmittel anerkannte.

6. Ganz vorne mit dabei sein
Während Bitcoins weltweit eher ein Schmuddel-Image haben, dürfte die Technologie Blockchain dahinter DAS große nächste Ding in der Welt der Geldgeschäfte werden. Über eine Blockchain wechseln Geld oder Wertpapiere direkt vom einen Konto zum anderen, ohne Umweg über Banken und andere Mittelsmänner. Statt Tagen dauert das Ganze nur noch Minuten. Die Blockchain ist eine Art digitaler Kontoauszug für Transaktionen zwischen Computern. Da die Daten auf einem Netzwerk von verschiedenen Rechnern abgelegt sind, können sie kaum manipuliert werden. Das ist zumindest der Stand jetzt, Anfang 2016.

7. Keine hässlichen Geldgeschenke mehr
Geldscheine als Segelschiff, Babyschuh, Briefumschlag, Häuschen, Ring, Herz … Es gibt viele, teils verzweifelte Wege, um Bargeld möglichst kreativ zu verschenken. Diesen Stress können wir uns sparen, wenn die Scheine und Münzen Vergangenheit sind. Ein Kuchen oder Blumenstrauß kommt im Zweifel eh meist besser an.

Runden wie die Finnen

In Deutschland ist Kleve die erste Stadt, die 1- und 2-Cent Münzen verbannen will. Andere Länder haben es längst vorgemacht. "Als der Euro kam, haben die Banken in den Niederlanden geschätzt, dass sie mehr als 30 Millionen Euro im Jahr sparen können, wenn sie die kleinen Münzen nicht nutzen würden. Also haben sie das Kleingeld fast komplett abgeschafft, so wie die Finnen, Schweden, Belgier und die Iren," so Ute Marks, Vorsitzende des Klever City Netzwerks, einem Zusammenschluss von Klever Händlern.

Künftig will man in Klever Geschäften deshalb auf- oder abrunden. Krumme Beträge von 10,21 Euro oder 10,22 Euro sollen zum Beispiel auf 10,20 Euro abgerundet werden, während Beträge von 10,23 Euro oder 10,24 Euro aufgerundet werden. "Konsumenten haben natürlich das Recht auf ein genaues Wechselgeld. Also können sie, wenn sie wünschen, von den Händlern ihr exaktes Wechselgeld zurückverlangen. Wir sind aber davon überzeugt, dass dies eine Ausnahme bleiben wird", sagt Ute Marks.

Stand: 01.02.2016, 00:00

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