Verwirrung nach Kinderkarneval-Absage

Archivbild: Ein mit einer Pistole bewaffneter Polizeibeamter  während des Rosenmontagszuges

Ausländerfeindlicher Brief

Verwirrung nach Kinderkarneval-Absage

Von Daniel Chur

Die Polizei hat einen Verdächtigen ermittelt, der für einen ausländerfeindlichen Brief an ein Veranstaltungszentrum in Wanne-Eickel verantwortlich sein soll. Der Brief hatte keine konkrete Drohung an den Veranstalter ausgesprochen. Trotzdem war die geplante Kinderkarnevalsveranstaltung abgesagt worden.

Zu den Karnevalspartys im Volkshaus Rödinghausen kommen alljährlich mehrere hundert Kinder. Für kommenden Sonntag (07.02.2016) wurden 250 erwartet. Während die Vorbereitungen liefen erreichte das Freizeitzentrum der anonyme Brief. Veranstalter und Polizei erklären inzwischen, dass die Absage rein organisatorische Gründe gehabt habe - keine Sicherheitsgründe. Zuvor war allerdings gegenüber dem WDR durchaus ein Zusammenhang zu dem Brief hergestellt worden. In dem Brief waren nach Angaben der Polizei mehrere Zeitungsartikel zu finden. Unter anderem waren es Artikel über Sternsinger. Daneben stand auf Deutsch und Arabisch das Wort "Ungläubige". Auch "Deutschland tötet alle Moslems" sei zu lesen gewesen.

Ermittlungen des Staatsschutzes

Der Trägerverein der Einrichtung, der die Veranstaltung organisiert, hatte nach dem Eingang des Briefes die Polizei eingeschaltet. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Es habe dann nach den ersten Erkenntnissen keine Empfehlung gegeben, die Veranstaltung aufgrund des Briefs abzusagen, so ein Polizei-Sprecher gegenüber dem WDR. Recht schnell war am Donnerstag (04.02.2016) auch der Mann ausgemacht, der für den Brief verantwortlich sein soll. Es handelt sich um einen 46-Jährigen aus Herne.

Psychisch kranker Mann geständig

Der Mann hat laut Polizei zugegeben, den Brief an der Volkshaus Röhlingshof geschickt zu haben. Zudem soll er weitere Briefe in ähnlicher Form an andere öffentliche Einrichtung versandt haben. Die Polizei erklärt weiter, dass sich Hinweise ergeben hätten, dass der 46-Jährige unter psychischen Störungen leide. Verbindungen zu radikalen Gruppen gibt es offenbar keine. Die Ermittlungen dauern an.

Stand: 05.02.2016, 09:56

Weitere Themen