Krötenwanderung

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Krötenwanderung

Zwei Erdkröten hocken aufeinander.

Die kleineren Männchen lassen sich häufig huckepack von den Weibchen zu ihrem Gewässer tragen – nicht weil sie faul sind, sondern um sich ein Weibchen für die Paarung zu sichern

Bei uns in Deutschland begeben sich vor allem Erdkröten auf diese Wanderung. Aber auch andere Amphibien wie Molche und Frösche mischen sich unters Wandervolk. Sie alle haben ein klares Ziel: Sie wollen zu genau dem Teich oder Tümpel, in dem sie selbst zur Welt gekommen sind.

Eine gefährliche Reise

Straßenschild: Achtung Krötenwanderung

Warnschilder weisen Autofahrer häufig auf die Krötenwanderung hin. Dann heißt es: langsam fahren!

Der Weg zum Laichgewässer kann ziemlich gefährlich sein. Tausende Erdkröten sterben jedes Jahr auf unseren Straßen, weil sie von Autos überfahren werden. Noch vor etwa 150 Jahren hatten die Kröten es deutlich leichter: Damals gab es überall viel Natur. Bei ihrer Wanderung wurden die Kröten höchstens von ihren natürlichen Feinden wie Igel, Krähe oder Reiher gestört.

Heute sieht das leider etwas anders aus und Schuld daran sind wir Menschen: Wir haben viele Wälder abgeholzt und Teiche zugeschüttet. Die dadurch gewonnenen Flächen nutzen wir für unsere Landwirtschaft, wir bauen Städte und vor allem Straßen, auf denen jede Menge Autos fahren. Es gibt also weniger Natur und so fehlt den Kröten wichtiger Lebensraum. Außerdem blockieren Straßen und Gebäude ihre Wanderwege und es lauern viele Gefahren. Die Folge: Es gibt immer weniger Kröten.

Hilfe für die kleinen Kröten

Kröten, Frösche und Lurche krabbeln aus Eimer.

Die Eimer an mobilen Krötenzäunen werden im Abstand von etwa zehn Metern in den Boden eingegraben und die gefangenen Tiere später an der anderen Straßenseite ausgesetzt.

Um möglichst viele Kröten vor den Autos zu retten, stellen Naturschützer an einigen Orten in Deutschland Krötenzäune auf. Diese Zäune sind etwa 50 cm hoch und verhindern, dass Kröten, Molche und Frösche während ihrer Wanderung auf die Straße laufen. Stattdessen wandern die Tiere am Zaun entlang bis sie schließlich in einen der eingegrabenen Eimer plumpsen.

Mindestens einmal täglich leeren Krötenhelfer, also Menschen, die sich für die Kröten einsetzen, die eingegrabenen Eimer. Sie legen die Tiere in tragbare Eimer und bringen sie dann sicher auf die andere Straßenseite. Noch besser als die Krötenzäune sind aber Krötentunnel. Diese Tunnel führen direkt unter Straßen hindurch. Kröten und andere kleine Tiere können so sicher und ganz ohne menschlichen Kontakt die andere Straßenseite erreichen.

Leider ist es ziemlich teuer, Krötentunnel zu bauen, und so bleiben viele Kröten wohl auch in Zukunft auf ihre Helferinnen und Helfer mit den tragbaren Eimern angewiesen.

Stand: 05.04.2016, 10:15

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