Nachrichten für Kinder: Streit um "Wolfskrankenwagen"

Helge Stummeyer hockt vor seinem neuen Wolfsrettungswagen

Nachrichten für Kinder: Streit um "Wolfskrankenwagen"

Um bei Verkehrsunfällen verletzte Wölfe zu einem Tierarzt zu bringen, gibt es im Raum Hannover seit drei Monaten eine Art "Wolfskrankenwagen". Bisher musste er noch nicht eingesetzt werden. Kritiker sagen, er sei zu teuer und unnötig. "Man kauft ja aber auch nicht erst das Feuerwehrauto, wenn es brennt", sagt Wolfsberater Helge Stummeyer.

Nachrichten für Kinder: Ein Wolfsrettungswagen

KiRaKa | 02.05.2017 | 04:01 Min.

Wölfe sind wilde Tiere. Sie waren in Deutschland lange gefährdet, mittlerweile geht es ihnen aber besser und sie verbreiten sich. Bei Unfällen im Straßenverkehr können sie auch ums Leben kommen – oder schwer verletzt werden. Schwer verletzte, angefahrene Wölfe dürfen aber nicht von einem Jäger getötet werden. Das verbietet ein Gesetz.

Helge Stummeyer, der ehrenamtliche Wolfsberater der Region Hannover, hat einen rund 10.000 Euro teuren Anhänger zur Rettung verletzter Tiere entwickelt. Der KiRaKa hat mit dem Wolfsberater gesprochen.

KiRaKa: Warum gibt es immer mehr Wölfe? Und warum sorgt das dann auch für Probleme?

Helge Stummeyer: Die Wölfe haben einen sehr guten Lebensraum in Niedersachsen und in Deutschland gefunden, wo genügend Nahrung für sie da ist. Im Wald genauso wie beim Landwirt, der Schafe oder Ziegen hält oder auch Rinder. Und da es den Wölfen so gut geht, haben sie dann natürlich auch viel Nachwuchs. Dieser Nachwuchs verbreitet sich nun in ganz Deutschland – und dann passiert es eben, dass ein Wolf ab und zu mal ein Schaf oder eine Ziege frisst.

KiRaKa: Was kann der "Wolfskrankenwagen"?

Helge Stummeyer: Der Wagen ist in erster Linie dazu da, die Leute zu schützen, die sich am Unfallort mit dem Wolf beschäftigen müssen. Der Wolf ist ein Raubtier. Das Fahrzeug ist so ausgestattet, dass man den Wolf im Notfall eben sicher zur nächsten Wildtier-Auffangstation transportieren kann. Und das kann ich nur, indem ich diesen Wolf vorher ruhigstelle. Man muss ihn also wie beim Tierarzt betäuben. Nur ist das natürlich etwas schwieriger als bei einem Hund oder einer Katze.

Für den Schutz der Leute sind spezielle Handschuhe im Wagen – die haben ein richtig dickes Leder und schützen vor Bissen. Dann hat man zwei Stabschlingen dabei, damit man das Tier auch festhalten kann, ohne es großartig zu verletzen. Man hat ein Netz dabei, was man über das Tier werfen kann, damit es nicht weg läuft. Man hat auch Maulkörbe dabei.

Ganz wichtig ist die große Box im hinteren Bereich des Anhängers, wo wir dann dieses Tier, wenn wir es betäubt haben, reinlegen können. Wie in einem Krankenwagen, daher ist ja auch der Name „Wolfskrankenwagen“ entstanden. Und so können Feuerwehr, Polizei, Wolfsberater, Tierärzte eben vor Ort geschützt werden.

KiRaKa: Für Feldhasen und Rehe gibt es ja aber auch keine Rettungswagen, sagen Leute, die den Wagen unnötig finden…

Helge Stummeyer: Es können auch andere Tiere, die in Wildtierstationen gebracht werden sollen, damit transportiert werden – zum Beispiel der Luchs. Wichtig ist: Der Kontakt zu uns Menschen muss möglichst gering gehalten werden. Das ist ganz wichtig bei Wildtieren.

Stand: 02.05.2017, 19:38

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