Nachrichten für Kinder: Erster Tunnel für große Schiffe

Computer-Darstellung eines Schiffes, das auf einen Tunnel für Schiffe zufährt

Nachrichten für Kinder: Erster Tunnel für große Schiffe

So etwas gibt es noch nicht auf der Welt: In Norwegen soll ein Tunnel für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe gebaut werden - durch eine Insel.

Ab durch die Insel 07.04.2017

KiRaKa | 07.04.2017 | 01:23 Min.

Normalerweise fahren Schiffe übers Wasser um eine Insel herum. Wenn die Norweger hinbekommen, was sie sich ausgedacht haben, dann sollen dort bald Schiffe durch eine Insel durchfahren. Auf Wasser. Hört sich schräg an, oder? Es ist auch der weltweit erste Tunnel für große Schiffe.

Gefährliche Stelle

Eine Stelle vor der Küste Norwegens ist berühmt und berüchtigt. Da kommen ganz häufig hohe Wellen vor, an rund 100 Tagen im Jahr. Und zwar rund um die Halbinsel Stad. Das liegt 300 Kilometer nördlich von Bergen.

Schon die Wikinger wussten, dass man dort mit den Booten aufpassen muss. Erstens liegen die Felsen im Wasser, so, dass sie für Schiffe gefährlich werden können. Und die Strömungen dort sind sehr stark.

Schiffe vor dem Kentern bewahren

Die Regierung in Oslo sagt: Das ist eine der gefährlichsten Wasserstraßen in Norwegen. In den letzten Jahrzehnten sind immer wieder Schiffe gekentert. Deshalb baut das Land jetzt an der engsten Stelle der Halbinsel einen Tunnel für große Fracht- und Kreuzfahrtschiffe.

120 Schiffe pro Tag

Der wird 1,7 Kilometer lang durch den Berg führen und zwei Fjorde miteinander verbinden; er wird 36 Meter breit und 50 Meter hoch. Bis zu 120 große Schiffe können dann am Tag durchfahren und sich so die gefährliche Umfahrung der Halbinsel sparen.

Eröffnung im Jahr 2022 oder 2023

In zwei Jahren soll es losgehen - dann sollen sich die Bohrer ins Gestein fräsen. Knapp 300 Millionen Euro soll das kosten. Und nach drei bis vier Jahren soll der Schiffstunnel fertig sein.

Die berühmtesten Schiffspassagen der Welt

In Norwegen wollen Ingenieure jetzt einen Schiffstunnel unter einer Insel hindurch bauen! Spektakuläre Schiffspassagen gibt es aber auch in vielen anderen Teilen der Welt ...

Norwegen

Fast die gesamte Küste Norwegens besteht aus vielen tausend Fjorden. Ein Fjord ist ein weit ins Festland hineinreichender Meeresarm. Auf der so genannten Nordlandroute bis zum nördlichsten Punkt Europas, dem Nordkap, kommt man an vielen dieser spektakulären Landschaften vorbei.

Fast die gesamte Küste Norwegens besteht aus vielen tausend Fjorden. Ein Fjord ist ein weit ins Festland hineinreichender Meeresarm. Auf der so genannten Nordlandroute bis zum nördlichsten Punkt Europas, dem Nordkap, kommt man an vielen dieser spektakulären Landschaften vorbei.

Der Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Kanal von Korinth teilt das griechische Festland von der Halbinsel Peloponnes. Der Kanal ist sechs Kilometer lang, aber nur 24 Meter breit. Es können also nur kleinere Schiffe hier durchfahren.

Der berühmte Panamakanal durchschneidet Mittel- und Südamerika. Früher mussten Schiffe einen riesigen Umweg um Südamerika herum nehmen, um vom Pazifik in den Atlantik oder umgekehrt zu fahren. Heute nehmen sie die insgesamt 81,6 Kilometer langen künstliche Wasserstraße.

Der Amazonas im brasilianischen Regenwald ist einer der spektakulärsten Flüsse der Welt. Mit großen Schiffen kommt man nur bis Manaus, danach teilt sich der Fluss in tausende, kleine Arme inmitten purer Natur.

Einen Wasserweg durch das nördliche Eismeer suchten Entdecker viele Jahre lang vergeblich. Erst dem Norweger Roald Amundsen gelang es Anfang des 20. Jahrhunderts, die gesamte Strecke von Nordeuropa über Grönland bis in das nordamerikanische Eismeer zu fahren. Und selbst heute noch ist seine berühmte "Nordwest-Passage" aufgrund der vielen Eisberge für Schiffe gefährlich.

Der Lemaire-Kanal ist eine Meerenge zwischen der Antarktis und einer vorgelagerten Insel. Sie wurde im Jahr 1873 vom deutschen Kapitän Eduard Dallmann entdeckt. Die Schiffspassage durch diesen etwa sechs Kilometer lange natürlichen "Kanal" gilt als einer der Höhepunkte einer Antarktisreise mit einem Kreuzfahrtschiff. Rechts und links erheben sich bis zu 1.000 Meter hohe Eisberge.

Die Halong-Bucht von Vietnam ist heute ein Unesco-Weltkulturerbe. Aus dem Wasser ragen insgesamt gut 2000 kleine Inseln aus dem Wasser! Der Erzählung nach hat ein Drache auf dem Weg vom Festland zum Wasser tollpatschig mit seinem Schwanz die Landschaft zerklüftet. Übersetzt bedeutet Halong die „Bucht des untertauchenden Drachen“.

Die Südspitze Afrikas liegt das "Kap der Guten Hoffnung". Hier mussten früher alle Schiffe vorbei, die von Europa nach Indien fuhren. Dieser umständliche, Zeit raubende und auch gefährliche Weg wurde erst unnötig, nachdem der durch Ägypten hindurch Suezkanal gebaut wurde.

Seit 1896 können selbst Riesen-Dampfer auf dem Weg von Europa nach Indien quer durch die ägyptische Wüste fahren. Der Suezkanal ist 193 Kilometer lang. Weil es keinerlei Höhenunterschiede gibt, kommt er komplett ohne Schleusen aus.

Die südlichste Spitze Südamerikas heißt Kap Horn. Die Landspitze wurde von dem Niederländer Willem Schouten im Jahre 1616 zum ersten Mal umschifft. Bis zur Eröffnung des Panamakanals blieb diese äußerst gefährliche Route, neben der etwas weiter nördlich verlaufende Magellanstraße, die einzige Möglichkeit, von Europa an die Westküste Amerikas zu fahren.

Die Magellanstraße ist eine Meerenge mit zahlreichen Inseln und Seitenarmen. Sie teilt die Südspitze Südamerikas von der Insel Feuerland und wurde 1520 vom Portugiesen Fernao de Magalhaes entdeckt. Auch heute noch wird sie von vielen Schiffen befahren, die vom Atlantischen Ozean in den Pazifik wollen oder umgekehrt.

Stand: 07.04.2017, 19:05

Darstellung: