Jugendliche wählen Europa

Jugendliche wählen Europa

Von Susanne Schnabel

Wer sich mit den Neuntklässlern der Gesamtschule Hardt in Mönchengladbach unterhält, merkt schnell: die Schüler sind in Sachen Europawahl bestens informiert. Dabei dürfen sie noch gar nicht offiziell wählen. Sie geben ihre Stimme bei der Juniorwahl ab.

Lehrer und Schüler im Klassenraum

An der Gesamtschule Hardt in Mönchengladbach bereitet Lehrer Roland Schacht eine neunte Klasse auf die Juniorwahl vor. Dieses Projekt richtet sich an alle weiterführenden Schulen ab Klasse sieben und ist ein von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördertes Projekt des Vereins "Kumulus".

An der Gesamtschule Hardt in Mönchengladbach bereitet Lehrer Roland Schacht eine neunte Klasse auf die Juniorwahl vor. Dieses Projekt richtet sich an alle weiterführenden Schulen ab Klasse sieben und ist ein von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördertes Projekt des Vereins "Kumulus".

Insgesamt 200.000 Schüler von 933 weiterführenden Schulen bundesweit erhalten die Wahlberechtigung zur Juniorwahl. An der Gesamtschule Hardt beteiligen sich 229 Schüler. Das Wahlergebnis wird am Wahlsonntag, dem 25. Mai veröffentlicht.

Bei dem Projekt organisieren Jugendliche eine eigene Europawahl – und erleben so Demokratie hautnah. Schülerin Rosalie findet die Juniorwahl sinnvoll. "So kriegen wir die Möglichkeit zu sehen, wie wichtig unsere Entscheidung ist", sagt Rosalie.

"Wir wollen uns heute damit auseinandersetzen, welche Wahl wir konkret haben. Das heißt, welche Parteien stehen zur Wahl? Was sagen die zu Europa und zu Themen, die uns vielleicht interessieren?", erklärt Roland Schacht zu Unterrichtbeginn. Dann geht es für die Jugendlichen in den Computerraum.

Dort schauen sich die Jugendlichen zunächst einen kurzen Film über die Organisation der Europawahl an.

Dann verteilt Roland Schacht Aufgabenblätter. Darauf sollen sich die Schüler Notizen machen über die Parteien und deren Programme.

CDU, NPD, die Grünen – die Schüler schauen sich viele verschiedene Seiten von Parteien an und lesen aufmerksam die Texte. Philipp informiert sich über Wahlprogramm und Geschichte der FDP. "Wir sollen jetzt noch herausfinden, was die FDP in diesem Jahr noch erreichen will", so Philipp.

Rene und Noah sind bei den Piraten gelandet: "Ich habe letztes Jahr Wahl-O-Mat gemacht – einfach so, und da kamen die Piraten raus", sagt Noah. Deshalb will er jetzt genauer wissen, wie deren Parteiprogramm aufgebaut ist.

Für die Juniorwahl 2014 werden alle Schüler von Roland Schacht den Wahl-O-Mat testen. Theo erklärt das Prinzip dieser Internetseite: "Wenn man nicht weiß, welche Partei man wählen soll, dann geht man auf die Seite vom Wahl-O-Mat. Da kann man dann verschiedene Fragen beantworten und hinterher kommt dann eine Partei heraus, für die man sich interessiert."

"Ich finde das eigentlich ganz gut, dass ich schon mal einen Einblick bekomme, weil mit 16 kann man schon bei der Kommunalwahl mitmachen", sagt Tobias. Recht hat er: Bei der Kommunalwahl dürfen in NRW Jugendliche ab 16 Jahre wählen. Für die EU-Wahl gilt das Wahlalter 18.

Diese Altersgrenzen hält Mona für richtig, denn vorher würden sich viele Jugendliche noch nicht für Politik interessieren. Sie selber ist auch nicht traurig, dass sie noch nicht offiziell wählen kann.

Oliver ist der Einzige in der Klasse, der bereits 16 ist und bei der Kommunalwahl seine Stimme abgeben darf. Mit seinem Opa und seinem Lehrer Roland Schacht hat sich Oliver speziell auf die Kommunalwahl vorbereitet und ist bestens informiert.

Die Wahlmüdigkeit vieler Erwachsener kann Noah nicht nachvollziehen. "Wählen generell ist wichtig. Man muss seinen Teil zur Politik hinzufügen", so der 15-Jährige. Auch damit Parteien mit rechtsextremen Ansichten nicht an die Macht kommen, findet Noah, der sich auf seine erste richtige Wahl freut. Das wird die NRW-Landtagswahl im Frühjahr 2017 sein.

Stand: 18.05.2014, 09:30 Uhr