Strafanzeige gegen Kölner Imam

Aufregung nach Interview

Strafanzeige gegen Kölner Imam

  • Interview bei russischem Sender
  • Imam soll Frauen die Schuld an Übergriffen geben
  • Bundestagsabgeordneter Volker Beck stellt Strafanzeige

Von den Aussagen des Kölner Imams und Salafisten Sami Abu-Yusuf hatten am Donnerstag (21.01.2016) mehrere Medien berichtet. Alle berufen sich auf einen Fernsehbericht des russischen Senders REN TV vom 17. Januar. Dort wurden die Worte des Imams so ins Russische übersetzt: "Einer der Gründe weswegen muslimische Männer Frauen vergewaltigten oder belästigten, ist, wie sie gekleidet waren. Wenn sie halbnackt und parfümiert herumlaufen, passieren eben solche Dinge. Das ist wie Öl ins Feuer gießen!"

Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden

Gegenüber dem WDR sagte der Imam am Abend, dass er vom Sender falsch wiedergegeben worden sei. Er habe im Interview verurteilt, was in der Silvesternacht geschehen sei. Seine Aussagen, dass kurze Röcke und Parfüm für die Taten verantwortlich seien, sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Strafanzeige von Bundestagsabgeordneten

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck nannte die Äußerungen des Imams menschenverachtend. Sie widersprächen der Mehrheitsmeinung der Imame in Deutschland und würden die Schuld von den Tätern auf die Opfer verschieben. "Das ist auch nicht durch die Religionsfreiheit gedeckt", sagte Beck dem WDR und stellte Strafanzeige gegen den Salafisten: Wegen der "öffentlichen Aufforderung zu einer Straftat". Auch der Politiker hat das Zitat des Predigers nicht selbst gehört, sondern nur darüber in der Zeitung gelesen. Seine Anzeige sieht er daher als Mittel zum Zweck: Jetzt müsse die Polizei der Sache nachgehen und prüfen, was Sami Abu-Yusuf tatsächlich gesagt hat.

Stand: 21.01.2016, 17:46