Bewährungsstrafe für Raser

schnelles Auto

Autorennen mit tödlichem Ausgang

Bewährungsstrafe für Raser

  • Bewährungsstrafen für zwei 20-jährige Raser
  • Zwei Todesfälle durch Autorennen 2015 in Köln
  • Am Dienstag (12.01.2016) Prozess am Amtsgericht

Der Vorfall liegt zehn Monate zurück: Ende März 2015 sollen die zwei Männer nachts bei einem Rennen mit bis zu 115 Kilometern pro Stunde durch die Kölner Innenstadt gerast sein. Einer der Fahrer - beide waren damals 20 Jahre alt - soll über eine rote Ampel gefahren und mit einem Taxi zusammengestoßen sein. Ein Taxi-Fahrgast erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, dass er wenig später daran verstarb. Der Taxifahrer wurde zudem schwer verletzt. Zehn Monate nach dem tödlichen Ende des Autorennens mussten sich am Dienstag (12.01.2016) die beiden Männer vor Gericht verantworten.

"Absolut jugendtypische Tat"

Die Angeklagten wurden unter anderem wegen fahrlässiger Tötung nach Jugendstrafrecht verurteilt. Nach Ansicht des Gerichts handelte es sich um "eine absolut jugendtypische Tat", bei der die Angeklagten nicht über mögliche Folgen nachgedacht hätten. Sie hätten das Rennen nicht geplant, sondern es sei aus der Situation heraus entstanden. "Aber in dem Moment sind Sie ganz bewusst und völlig rücksichtslos ein Risiko eingegangen", sagte der Richter an die Angeklagten gewandt. "Das war ein Totalversagen." Die jungen Männer hatten vor Gericht ein Geständnis abgelegt und sich entschuldigt. Die Reue der bis dahin unbescholtenen Angeklagten sei glaubhaft, meinte der Richter. In Köln hatten im vergangenen Jahr mehrere schwere Raser-Unfälle und illegale Autorennen für Aufsehen gesorgt.

Szene im Visier einer Ermittlungsgruppe

Im April 2015 ereignete sich ein ähnlicher Fall. Eine 19-jährige Radfahrerin kam in Köln ums Leben, als sie auf dem Radweg vom Wagen eines Rasers erfasst wurde. Die Frau hatte keine Chance. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Fahrer die Kontrolle über seinen Wagen verloren, als er bei einem Rennen seinen Kontrahenten überholte. Der Prozess gegen die beiden Angeklagten in diesem Fall beginnt im Februar.

Mehr als 100 Autos stillgelegt

Illegale Autorennen

Ermittlungen wegen illegaler Autorennen

Als Folge der Raser-Unfälle gründete die Kölner Polizei im Mai eine Ermittlungsgruppe, um die Szene stärker ins Visier zu nehmen. Nach Angaben der Polizei sind seitdem bei rund 76.000 Fahrzeugen Kontrollen durchgeführt und 9.300 Temposünder erwischt worden. Mehr als 100 Autos wurden stillgelegt, weil sie so aufgerüstet waren, dass sie als verkehrsuntauglich galten. Die Stadt Köln installierte an bekannten Raser-Strecken zusätzliche Starenkästen, baute Schwellen in einige Straßen und startete eine Plakataktion mit dem Motto "Null Toleranz für Raser".

Stand: 12.01.2016, 12:55

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